Landschaftsbild 1

1) Kopfbild Mitte, Brenner, Brennerbad und Radweg, Blick nach Norden

Übersicht zur Gemeinde

Italienische Region Trentino-Südtirol
Provinz Bozen
Bezirks-gemeinschaft Wipptal
Gemeinde Freienfeld
Höhe Zentrum 937 m.ü.M.
Einwohner 2.670 (12/2013)
Sprachgruppe Prozentualer Anteil
Deutsch 95,85
Italienisch 3,79%
Ladinisch 0,36%

Offizielle Website / Quellen

www.gemeinde.freienfeld.bz.it

Quellennachweis

_________________________

Landkarte Großansicht

_________________________

Impressionen

2) Maria Trens - Friedhof, Foto: Piergiuliano Chesi, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Maria Trens - Seitenaltar, Foto: Piergiuliano Chesi, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Maria Trens - Chor, Foto: Piergiuliano Chesi, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Maria Trens, Foto: Piergiuliano Chesi, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Freienfeld

4) Wappen von Freienfeld, Quelle: www.comuniweb.it, Lizenz: Gemeinfrei

Freienfeld, italienisch Campo di Trens, ist eine recht junge Gemeinde. Sie liegt in der Talweitung südlich von Sterzing und nur wenige Kilometer von der Stelle, an der sich das Eisacktal wieder verengt.

Diese Engstelle wird auch Sachsenklemme genannt und hat ihren Ursprung bei den Koalitionskriegen im Jahr 1809, an denen die Sachsen den Tiroler Schützen zur Seite standen und die Hauptlast trugen. Die Truppen wurden von den Franzosen an dieser Stelle aufgerieben.

Die Gemeinde entstand 1928 durch ein staatliches Dekret, das zur Zusammenlegung der Gemeinden Stilfes, Mauls und Trens führte, die heute als Fraktionen zu bezeichnen sind.

Im Jahr 1967 trat die Gemeinde der Talgemeinschaft Eisacktal (heute Bezirksgemeinschaft) bei, verlässt diese jedoch 1979, um mit den anderen Gemeinden des Obereisacktals die Bezirksgemeinschaft Wipptal zu gründen. 

Das Gebiet der Gemeinde weist eine reichhaltige historische Vergangenheit auf. Stilfes und Trens werden erstmals im Jahre 827 und 828 erwähnt, bei Mauls war dies im Jahr 990. In der Quartinusurkunde von 827/828 schenkt Quartinus seinen Besitz, zu dem Stilfes und Trens gehören, dem Kloster von Innichen. Adalbert von Stilfes schenkt um 990 seinen Besitz der Kirche von Brixen

Die Gemeinden Stilfes und Trens wurden im Jahr 1820 gebildet, die Gemeinde Mauls im Jahr 1838.

In Mauls, das an der ehemaligen römischen Strasse liegt, wurde der römische Grabstein der Aurelia Ruffina gefunden, der heute im Ferdinandeum in Innsbruck aufbewahrt ist. 

Die Geschichte der Pfarren Mauls, Stilfes und Trens

2) Wallfahrtskirche Maria Trens, Foto: Piergiuliano Chesi, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Urpfarre des südlichen Wipptals, es wird auch als das obere Eisacktal bezeichnet, war ohne jeden Zweifel die Pfarre Sterzing.

Diese Pfarre umfasste alle Gebiete vom Südufer des Brennersees bis zur Eisackbrücke südlich von Oberau und die dazugehörigen Seitentäler. Die Pfarre ging aus einer im vierten oder fünften Jahrhundert entstandenen Missionsstation hervor.

In Stilfes stand sicher schon vor dieser Zeit eine Kirche, jedoch lässt sich nicht genau datieren, wann diese Kirche Pfarrkirche geworden ist. Namentlich bekannt und urkundlich bezeugt wurde die Pfarre von Pfarrer Konrad von Stilfes im Jahre 1214. Die Kirche wurde mehrfach umgebaut und so ist in der heutigen, 1840 bis 1843 entstandenen Barockkirche von den ursprünglichen Bauepochen nichts mehr zu erkennen.

Im Pfarrarchiv von Stilfes befindet sich eine sehr wertvoll ausgeschmückte Urkunde, ausgestellt am päpstlichen Hof in Avignon am 10. September 1345. Sie zeigt die Verleihung eines Ablasses an die St. Peter Kirche in Stilfes.  

Interessant ist, dass in dieser Urkunde auch die Marienkirche Maria Trens in der Fraktion Trens benannt wird, die später zu einer der wichtigsten Walllfahrtskirchen wurde. Dies ist in zahlreichen Urkunden dokumentiert. Sehenswert ist das 1805 geschafene Hochaltarblatt in der Marienkirche. 

Die St. Oswald Kirche und die Pfarre in der Fraktion Mauls wurden erstmals am 11. Juni 1329 urkundlich erwähnt. Auch diese Kirche wurde mehrfach umgebaut und steht so da, wie sie zwischen 1827 und 1830 entstand. 

Quelle: Gemeinde Freienfeld 07/2011

Burg Reifenstein

2) Burg Reifenstein, Foto: Pierre Bona, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Burg Reifenstein, italienisch Castello Tasso, liegt auf einem felsigen Burghügel im oberen Eisacktal bei Sterzing.

Der erste Bau der Burg wurde im Jahr 1110 begonnen. Es entstand zunächst ein mächtiger, viereckiger Wohn- und Wehrturm, der in französischen Kultrukreisen auch Donjon genannt wurde. Die Anlage wurde mit einer Ringmauer umgeben.

Die Vorburg war, wie in den meisten Anlagen dieser Zeit, eine zusätzliche Sicherung der Hauptanlage und diente der Bewachung des Zugangs zum Haupthof. Das Tor ist mit einem Fallgitter gesichert.

Anfang des 16. Jahrhundert begann eine Ära der großer Schlösser. Dies wirkte sich auch auf die Burgen aus, die durch Umbauten ein verändertes Aussehen erhielten.

Die Burg Reifenstein erhielt im Zuge der Umbauten statt des Donjon als Wohn- und Kampfturm rund um dieses Gemäuer einen repräsentativen Bau, das sogenannte Palas.

Dank der Berglage war die Errichtung einer Motte (Holzbauweise auf künstlich angelegtem Hügel) unnötig.

Im Palas befinden sich unter anderem mittelalterliche, hölzerne Schlafverschläge, eine Badestube, die Burgküche, eine Stube mit spätgotischem Getäfel sowie der sogenannte Grüne Saal mit Wandmalereien und einem geschnitzten Kapellengitter.

Ebenso auf dem Burghügel befindet sich das Kirchlein St. Zeno, bei welchem bajuwarische Baumsärge aus dem 4. - 8. Jh. n. Chr. gefunden wurden.

Ab 1110 wurde die Burg den Herren von Stilfes als Lehen gegeben. 1470 verkaufte Herzog Sigmund das Lehen an den Deutschen Ritterorden. Bis zur Auflösung des im Jahr Ordens 1813 verblieb die Burg im Ordensbesitz und wurde weiter ausgebaut sowie militärisch verstärkt.

Ab 1813 erlangten die Fürsten von Thurn und Taxis die Kontrolle über die Burg.

Reifenstein wurde in seiner Geschichte niemals erobert und zerstört und gilt deshalb heute als besterhaltene Burganlage Südtirols.

Schloss Sprechenstein

2) Schloss Sprechenstein, Foto: Luca Lorenzi, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Schloss Sprechenstein, italienisch Castello Pietra, liegt auf 1073 m Höhe in der Gemeinde. Die Gesamtanlage ist in zwei miteinander verbundene Baugruppen gegliedert. Sie liegt genau gegenüber von Burg Reifenstein.

Das Schloss befindet sich in einem guten Zustand und ist bewohnt, aber derzeit für Besucher nicht zugänglich.

Kennzeichnend für Sprechenstein ist sein Rundturm. Umgeben von hohen Burgmauern befindet sich im Schloss die 1511 vollendete Erasmuskapelle, die dem heiligen Erasmus geweiht ist. Die Schlosskapelle ist im frühgotischen Stil gehalten.

Ebenso befinden sich im Schloss einige Fürstenzimmer für Fürsten auf Durchreise, in denen sich noch gut erhaltene alte Möbel im Renaissance-Stil befinden.

In den Jahren 2007 bis 2008 wurde der stark beschädigte, zum Schloss gehörige Bauernhof bis auf zwei noch gut erhaltene Mauern abgerissen und neu aufgebaut.

Daneben wurde ein weiteres, fünfstöckiges Gebäude errichtet, das neben einer Burgschenke und einer Käserei, auch 3 Ferienwohnungen und eine Privatwohnung beinhaltet.

Auch im Schloss selber wurden mehrere kleinere Umbauten vorgenommen. Im Herbst 2008 wurde die Hofanlage durch den Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder feierlich eingeweiht und auch Landesrat Hans Berger und der Bürgermeister der Gemeinde Freienfeld Armin Holzer hielten Ansprachen und betonten die Wichtigkeit solcher Projekte, die zur Pflege der Südtiroler Kulturschätze und Landwirtschaft beitragen.

Ferien im Sommer und Winter

Im Sommer ist das Feriendorf eine ideale Ausgangsbasis für Touren mit dem Fahrrad, Motorrad oder Auto. 

Tagestouren in die naheliegenden Täler, über den Jaufenpass nach Meran oder in das Pustertal bieten schöne Erlebnisse. Sehen sie dazu auch die Touren im TourGuide.  

Für Naturliebhaber bietet Freienfeld in der gesamten Umgebung eine breite Palette an Wanderwegen mit leichten, mittleren und anspruchsvollen Schwierigkeitsgraden an, die Familien und Bergsteiger zu herrlichen Touren einladen. 

Dem sportlichen Wintergast bieten sich zahlreiche Möglichkeiten in der Umgebung. Das Feriendorf ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt in die nahegelegenen Skigebiete.

Und wer sich gerne auf die Spuren der Geschichte begibt, der findet in Freienfeld bei der Gemeinde ein Geschichtsbuch, das auf über 600 Seiten eine detaillierte Beschreibung liefert, die bis zu den Römern zurückreicht.

Darüber hinaus enthält das Buch eine sehr schöne Beschreibung der Gemeinde, ihrer Fraktionen und der Wanderwege im Gemeindegebiet.