Landschaftsbild 1

2) Kopfbild Mitte: Vinschgau vom Sonnenberg, Ortlergruppe, Foto: Benreis auf wikivoyage, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Übersicht zur Gemeinde

Italienische Region Trentino-Südtirol
Provinz Bozen
Bezirks-gemeinschaft Vinschgau
Gemeinde Laas
Höhe 823 m.ü.M.
Einwohner 3.993 (12/2015)
Sprachgruppe Prozentualer Anteil
Deutsch 98,09%
Italienisch 1,67%
Ladinisch 0,4%

Offizielle Website / Quellen

www.gemeinde.laas.bz.it

Quellennachweis 

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Landkarte Großansicht

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Impressionen

2) Das Marmorwerk von Laas, Foto: I, Kuebi, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Der Bahnhof, Foto: I, Kuebi, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Laas und der berühmte weisse Laaser Marmor

2) Wappen Laas, Quelle: www.comuniweb.it, Lizenz: Gemeinfrei

Die Gemeinde Laas ist ein kleiner Ferienort, der vor allem für seinen weissen Marmor, dem Laaser Marmor bekannt ist.

Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort Laas und den Fraktionen Allitz, Eyrs, Parnetz, Tschengls, Tanas und Tarnell. Der Hauptort liegt an der Etsch am Eingang des Laasertales zwischen dem nördlich gelegenen Sonnenberg und dem Südhang Nördersberg.

Das von Schwemmkegeln dominierte Landschaftsbild wurde durch Hochwasser und Erdrutsche hervorgerufen.

Laas wurde urkundlich erstmals 1209 als Laz erwähnt. Der Ursprung des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Eine mögliche Erklärung liegt in der Rückführung auf eine vorromanische Bezeichnung für Gestein, Schottergeschiebe oder Schuttkegel, eine andere Deutung bezieht sich auf einen angenommenen ehemaligen, von der Etsch gebildeten See (lacus).

Laas und die Verarbeitung des weissen Marmor

2) Laas, das Marmorwerk links im Hintergrund, in der Bildmitte die Pfeiler des ehemaligen Laaser Waal, Foto: I, Kuebi, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Marmorvorkommen im Laasertal wurden vermutlich bereits in der Römerzeit abgebaut, die systematische Gewinnung begann jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts.

Nach der Annexion Südtirols an Italien eröffnete die Lasa Marmo SPA 1929 die Laaser Marmorbahn, mit der der Marmor heute noch ins Tal gebracht wird. Es gibt heute im Hauptort noch zwei marmorverarbeitende Betriebe sowie zwei Bildhauer.

Ein weiterer marmorverarbeitender Betrieb steht in der Fraktion Eyrs. 1982 wurde die Berufsfachschule für Steinbearbeitung in Laas wiedergegründet. Seit 2000 wird der Laaser Marmor auch durch das Ausstellen marmorner Kleinkunstwerke im Rahmen des jährlich stattfindenden Laaser Kulturfests marmor & marillen ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

In der Talsohle befindet sich ein ausgedehntes Obstbaugebiet. Zwei große Obstgenossenschaften sorgen für die Lagerung und den Verkauf von Marillen, Äpfeln, Karfiol und anderem Gemüse.

Laas und sein historischer Waal

2) Teile des alten Aquäduktes, Foto: Luca Lorenzi, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die als "Kandlwaal" bezeichnete Holzrinne war einst Teil des aus Waalen bestehenden Bewässerungssystems.

Das 600 m lange hölzerne Aquädukt überquerte die Etsch auf 32 bis zu 15 m hohen Steinpfeilern. 1907 wurde der Kandlwaal von einem Brand zerstört. Teile davon sind heute noch zu sehen.

Sehenswert ist auch die aus dem 12. Jahrhundert stammende romanische Apsis wurde 1973 mit aufgefundenen originalen Teilen rekonstruiert. Sie ist durch Halbsäulen und Fenster gegliedert, die von Adler- und Blattkapitellen verziert werden. Figurale Reliefs von Löwen und Heiligen zieren den Rundbogenfries. Der ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammende romanische Turm hat gekuppelte und darüber dreiteilige Rundbogenfenster.

Im Inneren befindet sich eine frühmittelalterliche Altarmensa mit einem Relief der Märtyrer Sisinus, Alexander und Martyrius. Das Taufbecken stammt aus dem späten 15. Jahrhundert, das Hochkruzifik entstand um 1500. Das Langhaus der Pfarrkirche ist ein Neubau aus dem Jahr 1849.