Landschaftsbild 34

2) Kopfbild Mitte, Salurn, Sicht Haderburg, Foto: Richard Huber, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Übersicht zur Gemeinde

Italienische Region Trentino-Südtirol
Provinz Bozen
Bezirks-gemeinschaft Überetsch-Unterland
Gemeinde Salurn
Höhe Zentrum 224 m.ü.M.
Einwohner 3.523 (Jan. 2010)
Sprachgruppe Prozentualer Anteil
Deutsch 37,43%
Italienisch 62,19%
Ladinisch 0,39%

Offizielle Website / Quellen

www.gemeinde.salurn.bz.it

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Informationen zum

Naturpark Trudner Horn

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Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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2) Der Titschenfall, Foto: Stefan Franceschini, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Salurn, das Dorf an der Salurner Klause

2) Wappen Salurn, Lizenz: Gemeinfrei

Salurn, italienisch Salorno, ist das südlichste Dorf Südtirols und somit auch das südlichste Dorf des geschlossenen bairischen Sprachraums.

Die Gemeinde liegt an der Salurner Klause, die eine natürliche Verengung des Etschtales ist und auch im Südtirol Lied besungen wird.

Die Salurner Klause bildet die Grenze zum Trentino und zur Talgemeinschaft Rotaliana. Es fällt bei einem Aufenthalt im Dorf auf, dass bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung italienisch spricht.

Zu Salurn gehören die Fraktionen Buchholz (5 Km) und Gfrill (13 Km). Das Gemeindegebiet ist Teil des Naturparks Trudner Horn.

2) Salurn mit seinem Panorama, Foto: Christian Eccli, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Salurn hat eine geografische Lage, in der die Etsch bis heute die Gesetze der Natur zeigt. Die Unberechenbarkeit des Flusses hat dazu geführt, dass die Häuser auf einem Schuttkegel erbaut wurden, der sich im Laufe der Zeit am Fuße des Titschenfalles bildete.

Diese Erhöhung war ein natürlicher Schutz vor dem Hochwasser der Etsch, das regelmäßig das Unterland überschwemmte. So führen auch alle Straßen im historischen Ortskern trichterförmig nach unten: eine Vorsichtsmaßnahme aus früheren Epochen, als die Etsch noch häufig über die Ufer trat.

Die ältesten Häuser schmiegen sich nah an die Bergwände des Geier. Erst in jüngerer Zeit baute man auch weiter in die Ebene hinaus und damit näher an die Etsch. Mit allen Folgen, die bei der letzten und größten Überschwemmung im Jahr 1981 sichtbar wurden. Ein Dammbruch führte dazu, dass sich die Etsch am frühen Morgen des 19. Juli 1981 über die Wohn- und Kulturflächen Salurns ergoss.

Salurn mit einer Geschichte bis zu den Römern

2) Die Haderburg, Foto: Maschär / Christian Eccli, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Schon die Via Claudia Augusta prägte das Leben in Salurn. Dies zeigt sich auch im nahegelegenen Dorf Buchholz.

Römische Siedlungen, Reste eines alten Römerweges und eine Hinrichtungsstätte samt römerzeitlichem Friedhof am Galgenbühel zeugen von einer bewegten Vergangenheit.

Urkundlich erwähnt ist Salurn erstmals im Jahre 575 n. Chr. An dieser Stelle der Kampf statt, bei dem der langobardische Herzog von Trient die nach Süden vordringenden Franken zurückschlagen konnte.

Salurns war schon durch seine strategische Lage von großer Bedeutung. Die Verengung der Etsch (Klause) als natürliche Sperre für feindliche Heere und der in Salurn beginnende Weg über den Saúchsattel ins Cembratal waren von Bedeutung. Über das Cembratal konnte die Klause umgangen werden.

Das gesamte Unterland war damals ein Sumpf und deshalb oft unpassierbar. Der Weg über das Cembratal war im Jahre 1494 auch für Albrecht Dürer eine Ausweichstrecke und bekam daher den Namen Dürerweg. Salurn war wegen der Lage auf der Nord-Südachse auch Poststation, wie die Nennung in der Jüngeren Augsburger Meilenscheibe beweist.

Viele Zeugen der Geschichte sind erhalten geblieben, so zum Beispiel gibt es in Buchholz noch alte Kalkgruben, in denen Kalk gebrannt wurde, und zwei Wolfsgruben. Ebenso fand man Fallen aus einer Zeit, als in vielen Wäldern Europas noch Bären und Wölfe lebten.

Außerdem steht in Buchholz eine alte Mühle, die erst vor wenigen Jahren restauriert wurde. Oberhalb des Dorfes thront auf einem Felszahn die Haderburg, Schauplatz der Sage Der alte Weinkeller bei Salurn, die in der Sammlung Deutsche Sagen der Brüder Grimm enthalten ist.

Sommer und Winter, Wander- und Skiparadies Naturpark Trudner Horn

Die Umgebung entlang der Weinstrasse einerseits und der Naturpark Trudner Horn (italienisch Parco naturale Monte Corno) bilden eine einzigartige Wanderlandschaft.

Im Winter ist dieses Gebiet einzigartig, weil in dieser Umgebung die Schicki-Micki Gesellschaft noch nicht eingezogen ist. Dafür gibt es umso mehr gesunde Natur, Sonne und menschliche Wärme. Trotzdem, den Anschluss an das Dolomit Superskigibt es auch hier.

Salurn ist Teil des Naturparks, der westlich der Etsch liegt. Natürliche Grenzen sind das Fleimstal und das Cembratal (Trentino)

Naturparkgemeinden sind Altrei, Montan, Neumarkt, Salurn und Truden. Höchster Berg ist das Trudner Horn (1817 m). Die Flora und Fauna des Naturparks ist besonders artenreich, da sich hier neben der Gebirgsvegetation auch der submediterrane Buschwald mit Flaumeichen, Hopfenbuchen und Mannaeschen zeigt.

Auf den Lärchenwiesen wachsen Soldanelle, Krokus, Feuer- und Türkenbundlilien. Moore gibt es am Weissensee, am Schwarzsee und am Langen Moos. Im Naturparkhaus Trudner Horn in Truden wird die Natur des Parks dargestellt.