Landschaftsbild

Kopfbild Mitte:
1) Zillertal, Tuxer Alpen

Übersicht zur Gemeinde

Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Schwaz
Gemeinde Fügen
Höhe 545 m.ü.M.
Einwohner 4.029 (01/2016)

Offizielle Website / Quellen

www.fuegen.at

Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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Fügen im vorderen Zillertal

2) Wappen Fügen, Lizenz: Gemeinfrei

Fügen gilt als Hauptort des vorderen Zillertals. Der Ort liegt auf dem breiten Murkegel des Rischbachs.

Das Gemeindegebiet umfasst neben dem als Haufendorf angelegten Zentrum noch die Weiler Gagering im Norden und Kapfing im Süden

Am Finsingbach liegt in einer Mulde die einstige Industriesiedlung Kleinboden und Haidach am Berghang.

Zu Fügen gehört noch ein Teil von Finsing.

Fügen, eine Gemeinde mit Geschichte

2) Fügen im Sommer, Foto: Böhringer Friedrich, Lizenz: CC BY-SA 2.5 US

Die im Jahr 982 gefundenen Urnengräber in Kapfing belegen eine frühe Besiedlung während der Bronzezeit.

Finsing wurde bereits 927 als "Funzina" urkundlich genannt, Fügen selbst erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Fügen gehörte kirchlich zur Diözese Brixen, staatsrechtlich jedoch bis 1803 zum Erzstift Salzburg. Einige Zeit war Fügen "Dingstätte" des salzburgerischen Gerichts Zell.

Die große Not des Dreißigjährigen Krieges führte am 19. Mai 1645 zum Aufstand der Fügener Bauern gegen ihren Landesfürsten, den Salzburger Erzbischof, dem sie zinspflichtig waren. Diesem Aufstand schlossen sich alle Zillertaler Bauern an, die dem Salzburger Erzbischof unterstanden.

1678 wurde ein eigener Richter für das salzburgische Gericht Fügen eingesetzt, das 1849 als Bezirksgericht bezeichnet wurde. 1923 wurde Fügen dem Bezirksgericht Zell am Ziller zugeteilt.

Bedeutung erhielt Fügen seit dem 15. Jahrhundert als industrielles Zentrum des Tals, hier wurden Kanonenkugeln und Harnischbleche sowie Eisenbleche erzeugt. 1697 errichtete das Fügener Eisenunternehmen eine Eisenhütte in Kiefersfelden (Bayern). Die Betriebe mussten Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund der Konkurrenz eingestellt werden.

Exponate aus der Geschichte des Ortes werden im Heimatmuseum gezeigt.

Fügen und Hochfügen im Winter

2) Hochfügen im Winter, Foto: Eiswind, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Wirtschaft ist durch Landwirtschaft, Handel, Gewerbe, Industrie und nicht zuletzt Tourismus geprägt. Fügen als zweisaisonaler Tourismusort profitiert dabei von den beiden Skigebieten Hochfügen-Hochzillertal und Spieljoch.

Unternehmen mit überregionaler Bedeutung sind Möbel-Wetscher und Binder Holz, die neben der Schnittholzproduktion im Stammwerk in Fügen ein weiteres Werk in Jenbach betreibt. Am Stammsitz der Firma Binder Holz werden ca. 1 Million fm Jahreseinschnittleistung und 250.000 m³ Hobelware pro Jahr erzeugt. Mit ca. 1.300 Mitarbeitern ist Binder einer der größten Sägewerksbetriebe Europas. Die Massivholz-Produktpalette reicht von Dimensionsholz, Hobelware, ein- und mehrschichtig verleimten Massivholzplatten, Brettschichtholz, MDF-Platten sowie Brettsperrholz bis hin zu Holzbriketts und Holzpellets.

Die Holztransporte werden in Normalspurwaggons, die auf schmalspurigen Rollwagen aufgebockt werden, über die Zillertalbahn durchgeführt.

Im Sommer bietet das Feriendorf eine breite Palette an Wanderungen und Ausflügen in einer herrlichen Bergwelt. Zahlreiche Wanderwege mit leichten, mittleren und anspruchsvollen Schwierigkeitsgraden laden Familien und Bergsteiger ein.