Landschaftsbild

2) Kopfbild Mitte: Unterinntal,
Foto: Bernd Reuschenberg at de. Wikipedia
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Übersicht zur Stadt

Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Schwaz
Stadt Schwaz
Höhe 545 m.ü.M.
Einwohner 13.444 (01/2016)

Offizielle Website / Quellen

www.schwaz.at

Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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Schwaz, die Bezirkshauptstadt im Unterinntal

2) Wappen Schwaz, Lizenz: Gemeinfrei

Die Bezirkshauptstadt Schwaz erstreckt sich über eine Fläche von 20,17 km².

Die Ansiedlung ist seit Jahrhunderten vom Lahnbach bestimmt, der durch Schottertransport und Überschwemmungen den ortsbestimmenden Schuttkegel aufbaute und die Stadt in die Gebiete Markt und Dorf teilt. Gleichzeitig gibt es die Gliederung in die geografischen Siedlungsbereiche Ried, Pirchanger, Bleiberg, Ost, Sonnseite, Surheim und Falkenstein.

Überragt vom Schloss Freundsberg, befinden sich im Zentrum der Altstadt am Ende der Hauptstraße die gotische Pfarrkirche und etwas oberhalb davon das gotische Franziskanerkloster. Im ehemaligen Ortsteil Dorf finden wir die barockisierte St. Martins-Kirche.

Der Raum um Schwaz war bereits in Jungsteinzeit (4000-2000 v. Chr.) und Bronzezeit (ab 1500 v. Chr., Funde bei St. Martin) besiedelt.

Die Stadt selbst wurde 930 erstmals urkundlich als "Suates" erwähnt. Um 1170 errichteten die Fruntsberger (später Freundsberger) einen einfachen Wohnturm auf dem Hügel über Schwaz, den sie im 13. Jahrhundert zum Schloss Freundsberg ausbauten.

War das Ortsbild anfänglich bäuerlichen Charakters, stieß es nach der Entdeckung der Silber- und Kupfervorkommen bald in großstädtliche Dimensionen vor. Zur Blütezeit des Bergbaus im 15. und 16. Jahrhundert war Schwaz als die größte Bergbaumetropole Europas mit 20.000 Einwohnern nach Wien die zweitgrößte Ortschaft im Habsburger Reich.

2) Blick über Schwaz von Nordosten, Foto: Wolfgang H. Wögerer, Wien, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Am 16. September 1899 wurde anhand der Entschließung vom 28. April durch Kaiser Franz Joseph I, Schwaz zur Stadt erhoben. Diese späte Erhebung ist darin begründet, dass Schwaz trotz und wegen seiner Größe nie über eine Stadtmauer verfügte. Aus dem gleichen Grund befand sich zur Zeit des Silberbergbaus unter Kaiser Maximilian I. die Münze nicht vor Ort, sondern im befestigten Hall, etwa 17 Kilometer westlich von Schwaz.

Bis zum ersten Weltkrieg war Schwaz Garnisonsstadt der k.u.k. Armee, 1914 lag dort das III. Bataillon des Salzburgischen Infanterieregiments Erzherzog Rainer Nr. 59.

Bereits in der Bronzezeit wurde in den Bergen zwischen Schwaz und Kitzbühel Kupfer abgebaut, das in Verbindung mit Zinn zur Herstellung von Bronze benötigt wurde.

Der Silberabbau im Schwazer Silberbergwerk begann später, einer unbestätigten Sage nach soll im Jahre 1409 die Magd Gertraud Kandlerin beim Weiden eines Stieres auf dem Kogelmoos (Bereich oberhalb der Stadt) einen silbererzhaltigen Stein entdeckt haben.

Um 1420 wurden erstmals reichhaltige Erzgruben am Falkenstein aufgetan und die Zuwanderung von bergmännischem Fachpersonal aus Böhmen und Sachsen begann. Innerhalb weniger Jahre wurde die Schwazer Metallproduktion ein europäischer Wirtschaftsfaktor und der Falkenstein wurde zur Silber- und Geldquelle der Habsburger. Die Augsburger Handelsfamilien Fugger und Paumgartner waren über den Zeitraum des Silberbergbaus präsent.