Landschaftsbild

2) Kopfbild Mitte: Rofan, vom Ebner Joch, Foto: Svíčková, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Übersicht zum See

Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Schwaz
Gemeinde Musterort
Höhe 929 m.ü.M.
Fläche 6,8 Km²
Länge 9,4 Km
Breite 1,0 Km
Speicherraum 0,481 Km³

Landkarte Großansicht

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2) Segeltörn am Achensee, Foto: HellasX, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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Quellennachweis

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Der Achensee und seine Umgebung

2) Achensee und Pertisau, Foto: J.-P. Donzey, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Achensee liegt nördlich von Jenbach in Tirol. Er bildet mit dem Achental die Grenze zwischen Karwendelgebirge im Westen und Brandenberger Alpen im Osten.

Der bis zu 133 m tiefe Achensee ist der größte See Tirols. Er hat hervorragende Wasserqualität (annähernd Trinkwasserniveau) bei bis zu 10 Meter Sichtweite unter Wasser. Seine Wassertemperatur ist, einem Gebirgssee entsprechend niedrig und überschreitet kaum jemals 20 °C. Gelegentlich wird der Achensee auf Grund seiner Größe und der etwa für Segler und Surfer optimalen Windverhältnisse als Tiroler Meer bezeichnet.

Uferorte sind im Süden die zur Gemeinde Eben am Achensee zählenden Ferienorte Pertisau, das Haus Seespitz (ehemaliges Hotel), Maurach und Buchau sowie im Norden die Gemeinde Achenkirch mit dem Ortsteil Scholastika (Hotel).

Geschichte

Um das Jahr 1120 schenkten die Herren von Schlitters in hohem Alter ihr gesamtes Erbgut, nämlich den Achensee samt dem Achental, der Kirche Emaus (heute Achenkirch) und diese wiederum dem Kloster St. Georgenberg, das ihn erst 1919 (und unter Druck) der Stadt Innsbruck verkaufte. Er wird seit 1924 von der zu diesem Zweck gegründeten Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) bewirtschaftet.

Schifffahrt und Bahnlinie

Um dem Kloster Einnahmen aus dem Fremdenverkehr zu verschaffen, der mit dem Ausbau der Unterinntalbahn (1859) großen Aufschwung erlebte, wurde 1887 das erste Dampfschiff St. Josef angeschafft und mit dem Bau der Achenseebahn begonnen. Diese Schmalspur-Zahnradbahn verkehrt seit 1889 auf 7 km Streckenlänge zwischen Jenbach und Seespitz. Bereits am 21. Juli desselben Jahres wurde ein zweites Dampfschiff, die St. Benedikt, in Dienst gestellt, und 1890 beförderten die beiden Schiffe mit einer Kapazität von 320 Sitzplätzen insgesamt rund 30.000 Personen.

1911 wurde das dritte Linienschiff, Stella Maris, in Dienst gestellt. Es war das erste von Anfang an mit einer Dieselmaschine ausgerüstete Passagierschiff auf einem Binnensee in der Donaumonarchie! Das Schiff war für 400 Passagiere ausgelegt und hatte eine besonders leise Maschine mit niedriger Drehzahl (nur rund 300 U/min) von einer Bauart, die wenig später, im Ersten Weltkrieg, auf den U-Booten der Mittelmächte eingesetzt wurde.

Das Schiff war allerdings schwierig zu führen und brachte seine Kapitäne bei Anlegemanövern im oft stürmischen Wetter des Achensees nicht selten in Nöte, besonders, wenn auch noch Ruder- oder Tretboote von Ausflüglern die Manöver behinderten. Auch war das leichte Schiff sehr empfindlich auf Gewichtstrimm: Hielten sich zu viele Passagiere der besseren Aussicht halber am Vorschiff auf, dann verschlechterte das nur noch teilweise wirksame Ruderblatt die Manövrierfähigkeit zusätzlich.

Mit Erwerb des Sees, 1919, durch die Stadt Innsbruck wurde die Stella Maris in Stadt Innsbruck umbenannt. Nach dem Wegfall der Unterteilung in Passagiere 1. und 2. Klasse konnten sich diese auch weitaus freier an Bord bewegen, und seit den 1990er Jahren war deren Bereitschaft, den Anordnungen des Deckpersonals Folge zu leisten, so gering, dass Manöver oft ernsthaft gefährdet wurden.

1925 wurde ein Motorboot für 25 Personen namens Tirol angeschafft, und 1927 wurden erstmals mehr als 100.000 Personen befördert. 1959 wurde die St. Benedikt durch ein moderneres gleichnamiges Schiff ersetzt (dessen LKW-Dieselmotor wie bei anderen österreichischen Motorschiffen dieser Epoche durch sein lautes Betriebsgeräusch auffällt), und 1971 wurde die Tirol durch die größere Tirol II ersetzt, die für 40 Passagiere ausgelegt ist. 1994 wurde das Motorschiff MS Tirol (für 600 Passagiere) in Dienst gestellt, welches die Stadt Innsbruck ersetzte, und im August 2007 (für rund vier Millionen) MS Innsbruck (II), welches den St. Benedikt ersetzte. Diese wird nicht über ein konventionelles Ruder, sondern über Ruderpropeller gesteuert.

Da der Achensee in einem Naturschutzgebiet liegt, sind keine kraftstoffgetriebenen Motorboote erlaubt. Auch erlebt seit Anfang der 1970er der Segelsport am Achensee regen Zuspruch. So wurden zahlreiche Segelvereine gegründet. Da sich der Achensee durch einen relativ stabilen Wind auszeichnet wurde er auch oft als Austragungsort für Staats-, Europa- und Weltmeisterschaften im Segeln herangezogen.