Landschaftsbild 71

1) Kopfbild Mitte: Das Virgental, Sicht aus Matrei in Osttirol

Übersicht zur Gemeinde

Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Lienz
Gemeinde Virgen
Höhe 1194 m.ü.M.
Einwohner 2.198 (01/2016)

Offizielle Website / Quellen

www.virgen.at

Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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Impressionen

2) Gemeindeamt, Foto: Michael Kranewitter, Wien, Lizenz: CC BY-SA 4.0
2) Burgruine Rabenstein, Foto: Michael Kranewitter, Wien, Lizenz: CC BY-SA 2.5
2) Wallfahrtskirche Maria Schnee, Foto: Michael Kranewitter, Wien, Lizenz: CC BY-SA 2.5

Virgen im Virgental

2) Wappen Virgen, Lizenz: Gemeinfrei

Die Gemeinde Virgen liegt landschaftlich reizvoll in der Venedigergruppe. Umfangreiche Teile des Gemeindegebietes liegen zudem im Nationalpark Hohe Tauern.

Die Besiedelungsgeschichte Virgens geht auf die Zeit um 500 vor Christus zurück, wobei der Kupferbergbau eine tragende Rolle spielte. Nach dem Ende der Römerzeit siedelten sich Slawen im Virgental an, die ab dem 8. Jahrhundert nach und nach von bairischen Siedlern assimiliert wurden. Die gleichzeitig einsetzende Christianisierung führte zur Einrichtung einer der ersten Pfarren in der Region.

Im Mittelalter war Virgen Teil Kärntens und der Grafschaft Görz, 1500 wurde es an Tirol angegliedert. Virgen ist heute die bevölkerungsmäßig fünftgrößte Gemeinde Osttirols. Wirtschaftlich spielt in der Gemeinde vor allem die Landwirtschaft und der Tourismus eine wichtige Rolle.

Virgen als beliebter Ferienort zum Wandern

2) Gemeinde Virgen, Foto: Michael Kranewitter, Wien, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Virgen ist mit einer Fläche von 88,8 km² die sechstgrößte Gemeinde im Bezirk Lienz. Mit einem Anteil von rund 42 km² am Nationalpark Hohe Tauern steht knapp die Hälfte des Gemeindegebiets unter Naturschutz. Virgen umfasst das östliche, von der Isel durchflossene, Virgental von der Iselschlucht bis zur Ortschaft (Fraktion) Mitteldorf.

Da die Isel vom Virger Schwemmkegel an die rechte Talseite gedrängt wird, liegen alle Siedlungen, mit Ausnahme der Fraktion Welzelach, auf der linken Talseite. Höchster Punkt ist der Hohe Eichham (3.371 m) in der Venedigergruppe. Auch der höchste Berg der Lasörlinggruppe, der Lasörling (3.098 m), liegt an der Grenze des Gemeindegebietes.

Virgen im Nationalpark Hohe Tauern

2) Der Dorfplatz in Virgen, Foto: Michael Kranewitter, Wien, Lizenz: CC BY-SA 3.0 AT

Virgen bietet durch seine einmalige Umgebung im Nationalpark Hohe Tauern, in der Venedigergruppe und in der Lasörlinggruppe eine sehr umfangreiche Palette an Wanderungen und Ausflügen in einer Bergwelt, die vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben ist.

Zahlreiche Wanderwege mit leichten, mittleren und anspruchsvollen Schwierigkeitsgraden laden Familien und Bergsteiger ein.

Virgen in einem klimatisch begünstigten Gebiet

2) Virgen / Obermauern mit Traumpanorama, Foto: Michael Kranewitter, Wien, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Virgen ist durch seine Lage zwischen der Virger Nordkette und der Lasörlinggruppe klimatisch begünstigt. Schon der aus dem Slawischen abgeleitete Ortsname Virgen mit der Bedeutung sonniges Plätzchen deutet darauf hin.

Grund für die sonnige Lage Virgens, das als 'Meran Osttirols' vermarktet wird, ist der Verlauf des Virgentals, das der Sonnenbahn folgt. Dadurch verliert Virgen im Dezember nur ein Drittel bzw. im Juni nur ein Siebentel der möglichen Sonnenscheindauer. Im Ötztal beträgt der Verlust vergleichsweise hohe zwei bzw. ein Drittel.

Virgen am Großvenediger

2) Der Großvenediger, Foto: J11, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Durch die Venedigergruppe im Norden (Virger Nordkette) ist Virgen vor dem kalten Tauernwind geschützt, der etwa das benachbarte Matrei ungeschützt trifft. Da die kalte Luft iselabwärts abströmen kann, bilden sich in Virgen kaum Kälteseen.

Die größten Niederschlagsmengen fallen in Virgen im Juni und Juli. Durchschnittlich beträgt der Niederschlag in Virgen 900 mm pro Jahr, wobei die Niederschlagsmenge in höheren Lagen stark ansteigt. Virgen ist in Bezug auf die Höhe und die Beständigkeit der Schneedecke (rund 110 Tage) relativ schneearm. Jänner und Februar gehören zu den trockensten Monaten. Die durchschnittliche Jahrestemperatur lag zwischen 2000 und 2002 bei 6,8 °C, wobei der Monat Jänner mit -2,9 °C der kälteste, und der Monat August mit 15,9 °C der wärmste Monat war.