Landschaftsbild

2) Kopfbild Mitte: Silvretta Gebirge, Foto: M. Klüber, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Übersicht zur Gemeinde

Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Landeck
Gemeinde Kappl
Höhe 1258 m.ü.M.
Einwohner 2.634 (01/2016)

Offizielle Website / Quellen

www.gemeinde.kappl.at

Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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Kappl im Paznauntal

2) Wappen Kappl, Lizenz: Gemeinfrei

Kappl ist mit seinen über 2.500 Einwohnern die zweite und einwohnermäßig größte Gemeinde im Tiroler Paznaun.

Die Gemeinde liegt in einer idyllischen Landschaft, die vom Tourismus noch nicht so überlaufen ist.

Im 13. Jahrhundert kam das Gebiet des Gerichtes Landeck, zu dem auch des Zehent Paznaun (heutige Gemeinde Kappl) gehörte, an die Grafen von Ulten und 1248, nach deren Aussterben, an die Grafen von Tirol, die nun die Grafschaftsgewalt ausübten.

Interessante Geschichten aus dem Mittelalter

2) Kappl im Winter, Foto: Ceving, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Auf dem Boden der heutigen Gemeinde Kappl ereigneten sich auch mehrere Kriegshandlungen: So marschierten 1406 die Appenzeller ins Paznaun vom Zeinisjoch her ein, und kontrollierten es bis 1408.

Im Jahre 1370 wird Kappl zum ersten Mal erwähnt, auch Langesthei (Frühjahrsweide) kommt zum ersten Mal vor. Das Gebiet der Trisanna gehörte den Engadinern (Gemeinde Sent) und wurde schon im Jahre 1572 den hiesigen Leuten als Dauerlehen um einen jährlichen Zins (zuerst Naturalien, später Geld) überlassen und im Jahr 1810 von der Gemeinde Sent an die Bewohner von Niederhof und Wiese verkauft. In der Gegend von Vesul dürfte sich der gleiche Vorgang ereignet haben. Durch die Teilung der Einzelhöfe sind oft 4 bis 6 Bauernhöfe entstanden, die aber durch Rodung wiederum erweitert wurden. Im Jahre 1427 hatte Kappl rund 550 und 1754 bereits 1.850 Einwohner.

1754 kam das Gericht Landeck zum Kreis Oberinntal mit Verwaltungssitz in Imst.1698 wurde die Kirche eingeweiht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Zuge der Einführung der allgemeinen Schulpflicht jeweils eine Schule in Kappl und eine in Langesthei errichtet. Um 1800 kamen auch noch so genannte Notschulen in Sinsen, Perpat und Holdernach hinzu.

Im Jahre 1809 mussten die Schützen den Landecker Schützen Unterstützung leisten und die Posten am Zeinis-Joch und in Gföll-Wiesberg besetzten. Am 24. November 1809 fand die Gigglertoblerschlacht am Taleingang statt. Die Paznauner mussten gegen eine Übermacht Franzosen und Bayern kämpfen. Dabei erbeuteten sie eine Kriegsfahne der Bayern, welche noch heute im Besitz der Schützenkompanie Kappl ist. Diese nun 200 Jahre alte Fahne begleitet mit Stolz auch heute noch die Schützenkompanie Kappl bei den Ausrückungen.

Der Siegjubel hielt nur wenige Stunden an, denn schon am nächsten Tage erfuhren sie, dass Tirol niedergeworfen wurde. General Raglovich als verantwortlicher bayerischer Kommandeur verfuhr überaus schonend mit den Einwohnern des Ortes, weil er keine neuen Unruhen heraufbeschwören wollte.

Am 23. Mai 1915 rückte eine Kompanie, zusammengestellt aus den Gemeinden des Paznaunes, unter dem Hauptmann Gottlieb Jehle von Kappl Egg an die Südfront ein. Die Tiroler Schützen hielten ihre Stellungen bis Kriegsende, jedoch hatte allein die Gemeinde Kappl 66 Gefallene zu beklagen. Nach dem Krieg herrschte auch bei der bäuerlichen Bevölkerung sehr große Armut.