Landschaftsbild 20

2) Kopfbild Mitte: Unterinntal,
Foto: Bernd Reuschenberg
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Übersicht zur Gemeinde

Bundesland Tirol
Politischer Bezirk Schwaz
Gemeinde Jenbach
Höhe 563 m.ü.M.
Einwohner 7.021 (01/2016)

Offizielle Website / Quellen

www.jenbach.at

Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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Impressionen

2) Gemeindeamt, Foto: Extrawurst, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Rammingerhaus, Foto: Hermann Hammer, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Bahnhof Jenbach mit Bahnhof der Achenseebahn, Foto: Herbert Ortner, Wien, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Bahnhof Jenbach mit Bahnhof der Zillertalbahn, Foto: Herbert Ortner, Wien, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Jenbach

2) Wappen Jenbach, Lizenz: Gemeinfrei

Jenbach liegt im unteren Inntal, 36 km östlich von Innsbruck und zwischen den Ausläufern des Karwendelgebirges und dem Rofangebirge.

Der Achensee, ein  beliebtes Urlaubsgebiet liegt nördlich von Jenbach und ist über die im Linienbetrieb eingebundene historische Achenseebahn erreichbar.

Darüber hinaus ist auch das Zillertal über die im Linienbetrieb eingebundene Zillertalbahn erreichbar, auf der sowohl historische Dampfzüge als auch moderne Triebwagen verkehren.

Touristisch gehört Jenbach zur Silberregion Karwendel. Jenbach hat aber vor allem durch seinen wirtschaftlichen Standort und seine Industrie hohe Bedeutung.

Geschichte der Industrialisierung

In Jenbach konnten Besiedelungen aus dem Ende der frühen Bronzezeit und aus der frühen La-Tène-Zeit nachgewiesen werden. Das erste Mal wurde Jenbach in einer Urkunde von 1269 erwähnt.

Ab 1410 entstanden in Jenbach - unter Führung der Fugger - Schmelzhütten für die Verhüttung von Silber und Kupfer vom Schwazer Erzberg und - nach dem Versiegen des Erzreichtums und der Stilllegung der Kupfer und Silberhütte ab 1685 eine Eisenhütte. Diese war 1773/74 bis auf ein Drittelanteil auf das Ärar übergegangen;

1865 wurde der Staat Alleinbesitzer der Hütte und 1870 kam die Hütte an die Salzburg-Tiroler-Montangesellschaft. 1881 erwarben Julius & Theodor Reitlinger um 75.000 Gulden im dritten Anlauf von dieser Gesellschaft das Werk und modernisierten es. Unter anderem wurde eine Drahtseilbahn zur Erzförderung auf die Schwader errichtet.

Zerstörungen im zweiten Weltkrieg

Am 22. Februar 1945 warfen im Rahmen der alliierten Operation Clarion (deutsch: Fanfarenstoss) sechs B-24 Liberator-Bomber rund 12 t Bomben auf das Primärziel, den Güterbahnhof, um Bewegungen der Reichsbahn (z.B. Truppennachschub) in Deutschland und Österreich für die bevorstehende Invasion zu unterbinden.

Einer der wichtigsten Industriebetriebe, die auch bombardiert werden sollten, waren die Heinkel-Flugzeugwerke. Heinkel in Jenbach lieferte unter anderem Zubehörteile für den Raketenjäger Me-163, die V1-Flugbombe und die V2-Rakete.

Im April 1945 strömten vor der in Süddeutschland schnell vorrückenden Französischen Befreiungsarmee (CC1 bis CC5) unter General Charles de Gaulle immer mehr versprengte SS-Einheiten, unter ihnen auch der Generalstab Heinrich Himmlers, nach Jenbach und suchten in den Alpentäler Schutz in der angeblich vorhandenen Alpenfestung.

Sie verbreiteten alleine schon durch die bloße Anzahl und ihre fanatische Entschlossenheit "bis zur letzten Kugel zu kämpfen" Angst und Schrecken im Dorf. Am 20. April 1945 erfolgte der letzte schwere Luftangriff, eine Kombination aus Bordwaffenbeschuss von mittleren Bombern der 75th Wing der USAAF und Bombenabwürfen mit Fliegenden Festungen Boeing B-17, bei denen es aber zum Glück keine Personenschäden gab.

Industrie nach dem zweiten Weltkrieg

1959 wurde die Jenbacher Werke Aktiengesellschaft gegründet, die an der Wiener Börse notierte. Die Firma stellte zu diesem Zeitpunkt unter anderem auch Lokomotiven und Dieselmotoren her.

1998 erfolgte ein Besitzerwechsel und eine Namensänderung in JENBACHER AG. 2003 wurde die AG von General Electric (GE) übernommen. Die jetzige GE Jenbacher AG ist Weltmarktführer in der Herstellung von Gasmotoren zur dezentralen Stromgewinnung und Blockheizkraftwerken (BHKW) im Bereich von 0,3 - 3 MW (Megawatt).

Wirtschaftliche Bedeutung hat der Ort heute durch die GE Jenbacher, Siko Solar, TIWAG, Katzenberger, Gubert (Beton) und Holz Binder. Im 20. Jahrhundert erzeugten die Jenbacher Werke Eisenbahnwaggons, Diesellokomotiven, Kompressoren u.v.a.

Heute werden in der GE Jenbacher praktisch nur noch Blockheizkraftwerke bzw. Gasmotoren erzeugt und in alle Welt exportiert. Siko Solar und TIWAG beschäftigen sich mit Energie. Katzenberger und Gubert stellen Beton und Betonfertigteile her. Holz Binder stellt vor allem Leimbinder für Dachkonstruktionen her. Der Kasbach dient einigen Kleinkraftwerken zur Stromversorgung. Jenbach hat u. a. eine HTL für Maschineningenieur- und Wirtschaftsingenieurwesen

Der Bahnhof Jenbach und seine 3 Spurweiten

2) Bahnhof Jenbach, Foto: Extrawurst, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Bahnhof Jenbach ist der einzige Bahnhof in Österreich, in dem drei unterschiedliche Spurweiten zusammentreffen:

Die Unterinntalbahn mit 1435 mm,
die Achenseebahn mit 1000 mm und
die Zillertalbahn mit 760 mm Spurweite.

Der Bahnhof ist 2.437 Meter lang, verfügt über 3 Anschlussbahnen, 5 Hauptgleise und 7 Nebengleise, sämtliche Weichen und Signale werden von Innsbruck ferngesteuert.

Durch die Zillertalbahn ist das Zillertal an Jenbach und die ÖBB-Hauptbahn angebunden. Auf dieser Strecke verkehren nicht nur Regionalzüge, sondern auch regelmäßig Dampf-Sonderzüge, die vor allem für Touristen eine große Attraktion darstellen.

Die Achenseebahn ist eine reine Touristenbahn und hat für den Nahverkehr keine Bedeutung. Die rund 7 km lange Zahnradbahn führt über drei Zwischenhalte zur Station Seespitz am Achensee und wird mit Dampf geführt.

Sehen sie dazu auch die Route Achental und Zillertal.