Bergwelt Timmelsjoch

2) Kopfbild Mitte:
Das Timmelsjoch, Urheber: Nhbergboer, 
Lizenz: CC BY 1.0 US

Übersicht zum Pass

Tirol / Nordtirol Südtirol
Nordseite Südseite
Bezirk Imst Bezirk
Höhe 2474 m.ü.M.
Pass-Strasse B 186

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Landkarte Großansicht

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Informationen zum Strassenzustand

Neueste Informationen sind vom ÖAMTC unter

Automobil Club Österreich

oder

Automobile Club d'Italia

sowie

ADAC Deutschland

zu erhalten.

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2) Die 'Grenzstühle' am Timmelsjoch, Foto: Arne Hückelheim, Lizenz: CC BY 3.0

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Quellennachweis

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Das Timmelsjoch, die Grenze zwischen Nordtirol und Südtirol

2) Timmelsjoch von Norden, Foto: Arne Hückelheim, Lizenz: CC BY 2.0 US

Das Timmelsjoch (ital. Passo del Rombo) ist der höchste KFZ taugliche Übergang und liegt auf einer Höhe von 2.474 m.ü.M. Seit 1919 ist das Timmelsjoch einer der Grenzpässe zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Bozen, d.h. Südtirol.

Das Joch ist der höchste unvergletscherte Übergang zwischen Reschenpass und Brennerpass, es verbindet das Ötztal (Sölden) mit Passeier (St. Leonhard in Passeier und weiter nach Meran). Das Timmelsjoch trennt außerdem die Ötztaler Alpen von den Stubaier Alpen, auf ihm verläuft ferner die Europäische Wasserscheide.

Über das Timmelsjoch drangen die ersten Siedler aus dem Passeiertal in das innere Ötztal vor. Es bildete im Mittelalter die Südgrenze der Grafschaft im Oberinntal und der Urpfarre Silz. Später verlief hier die Grenze des Gerichtes Petersberg bei Silz. Der Pass wurde schon 1241 als 'Thymels' urkundlich erwähnt. 1320 wurde ein Saumweg angelegt. Er war schon früh ein Handelsweg, den auch die Kaufmannsgeschlechter Fugger und Welser benützt haben. 1897 beschloss der Tiroler Landtag eine Straße über den Timmel, aber andere Projekte wurden vorgezogen.

Durch den Friedensvertrag von St. Germain verlief ab 1919 die Grenze zwischen Österreich und Italien über das Joch, und jeglicher offizieller Grenzverkehr war unterbunden. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs im April und Mai 1945 kehrten hier zahlreiche Soldaten der deutschen Wehrmacht zurück in das Ötztal.

Das Timmelsjoch, erst seit den 50er Jahren befahrbar

2) Timmelsjoch, Spitzkehren Südseite, Foto: Arne Hückelheim, Lizenz: CC BY 3.0

Der Plan einer Straße über das Timmelsjoch wurde bald nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. Ein Vorreiter war dabei der damalige Landesrat und spätere Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, selbst ein gebürtiger Südtiroler.

Zwischen 1955 und 1959 wurde die Nordrampe errichtet, zu damaligen Baukosten von 28 Millionen Schilling (umgerechnet etwa 2 Millionen Euro).

Die Südrampe vom Passeiertal herauf war bereits unter Benito Mussolini ab 1933 bis 2 km vor das Joch gebaut worden. Leider wurden mit dem Abschluss der Achse Berlin-Rom und dem Treffen von Mussolini und Hitler die Arbeiten eingestellt. Es dauerte noch bis zum 15. September 1968, bis die Straßenverbindung in beiden Richtungen offiziell freigegeben werden konnte.

Die Straße ist in der Regel von Mitte Juni bis Mitte Oktober von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Bedeutung hat die Straße, die vom LKW-Verkehr befreit ist, neben der Verkehrsverbindung vor allem als Ausflugsstraße für PKW und Motorräder. Für den Pass besteht eine Mautpflicht.

Die Straße ist auch bei Radrennfahrern beliebt, stellt sie doch eine der größten durchgehenden Steigungen der Alpen dar. Es ist eine sportliche Herausforderung, die fast 1800 Höhenmeter, verteilt auf ca. 30 km Streckenlänge von St. Leonhard bis zur Passhöhe mit dem Rad zurückzulegen. Vor allem die fast 800 Höhenmeter lange Schlusssteigung in Serpentinen durch einen steilen Berghang ist beeindruckend. Jährlich findet der Ötztal-Radmarathon über das Timmelsjoch statt. Bei diesem Radmarathon stellt das Timmelsjoch eine besondere Schwierigkeit dar, ist es doch die letzte Steigung nachdem die Teilnehmer - meist Hobbyfahrer - schon von Sölden über Kühtai, Innsbruck, Brennerpass und Jaufenpass gefahren sind. 1988 führte auch der Giro d'Italia darüber.