Landschaftsbild 1

2) Kopfbild Mitte: Vinschgau vom Sonnenberg, Ortlergruppe, Foto: Benreis auf wikivoyage, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Allgemeine Angaben

Wo ist das?

2) Politisch geografische Karte, Urheber: Christoph Federer, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Landkarte im Detail

Landkarte Großansicht

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Offizielle Website / Quellen

Bezirksgemeinschaft

Comunità Compresoriali

Quellennachweis

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Impressionen

1) Der Reschensee
1) Prad am Stilfser Joch, Ostblick
1) Gemeinde Kortsch, Ostblick
2) Edelkastanie, Foto: Darkone, Lizenz: CC BY-SA 2.5
1) Das Etschwehr in Töll

Bezirksgemeinschaft Vinschgau

2) Bezirksgemeinschaften in Südtirol (Vinschgau in Rot), Quelle: Comunità Comprensoriali Alto Adige. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Begriff Vinschgau, ursprünglich Vintschgau, italienisch Val Venosta, steht für den westlichen Teil von Südtirol beziehungsweise den obersten Teil des Etschtales, das am Reschen endet.

Dabei unterscheidet man zwischen der geographischen Grenze, welche von Nauders in Nordtirol bis zur Ortschaft Töll verläuft.

Vinschgau ist auch eine von 8 politischen Bezirksgemeinschaften Südtirols. Die politischen Grenzen sind nicht identisch mit dem Tal, sondern verlaufen vom Reschen bis kurz vor die Ortschaft Naturns.

Ober- und Untervinschgau

2) Obervinschgau mit Blick nach Süden, Foto: Benutzer Flyout, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Vinschgau wird auch meist in Ober- und Untervinschgau eingeteilt, der Obervinschgau läuft somit von Reschen bis einschließlich zur Ortschaft Laas.

Der Obervinschgau trägt auch den historischen Namen Untercalven. Dies bezieht sich auf den Gebietsnamen Calven, das Val Müstair vom Vinschgau trennt.

Der Untervinschgau geht von Schlanders bis nach Staben, das kurz vor Naturns liegt. Diese Grenze ist, wie schon erwähnt, eine politische Grenze der Bezirksgemeinschaft. Das Tal selbst zieht sich bis zur Ortschaft Töll, wo das Gelände dann in das Meraner Becken abfällt.

In der Bezirksgemeinschaft Vinschgau sind nur ca. 0,6% der Flächen bebaut, d.h. dass Landwirtschaft im Wesentlichen nur im Talbecken betrieben wird.

Vinschgau - Landschaft voller Überraschungen

2) Obervinschgau mit Blick zum Reschen, Foto: I, Kuebi, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Vinschgau ist geografisch gesehen ein Talsystem, das nordwärts über den Stillebach in den Inn entwässert wird und südwärts vom Reschenpass (1504 m) den Talbogen bis zur Töll (520 m) bildet, der von der Etsch durchflossen wird.

Wie beschrieben, ist es kaum bekannt, dass der von der Finstermünz-Schlucht vom Inntal abgeschnürte Talkessel von Nauders geografisch dem Vinschgau zugerechnet wird. Im Allgemeinen wird mit dem Namen Vinschgau daher nur der von der Etsch ab dem Reschen bis zur Töll durchflossene Teil des Tales verbunden.

Die steilen Talflanken des Vinschgau gehören mehreren Gebirgsgruppen an. Im Norden sind es die mächtigen Ausläufer der Ötztaler Alpen, deren Hänge zumeist direkt nach Süden ausgerichtet sind und von Mals bis Partschins durchgehend den Namen Sonnenberg tragen.

Nach der Mündungsschlucht des Schnalstales in Richtung Osten nennt man diese Südausläufer Texelgruppe. Im Westen hat der Vinschgau Anteil an der Sesvennagruppe. Im Mittelteil gipfeln die Südhänge, die ab Schlanders Richtung Osten Nördersberg heißen, im hohen Vorbau der Ortlergruppe. Östlich des Martelltales bilden die Ultner Berge die Barriere in Richtung Süden.

Klimatische Unterschiede im Vinschgau

2) Partschins, Untervinschgau mit Blick nach Westen, Foto: Markus Rungg, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Der Vinschgau liegt an einer sehr zentralen Stelle in den Alpen. Hier erreichen sie die größte Breite (250 km) und nehmen das Tal genau in ihre Mitte. Zudem ist der Vinschgau von sehr hohen Bergkämmen umgeben, die durchwegs die 3000 m überschreiten.

Das hat eine ausgesprochene Insellage zur Folge, so dass das Tal klimatisch als eine der geschlossensten Landschaften der Ostalpen gelten kann. Sowohl die vom Norden bzw. vom Atlantik kommenden Einflüsse, als auch die aus dem Süden einwirkenden Wetterereignisse werden gleichermaßen abgemildert.

Für die Landwirtschaft hat dies ungünstige Auswirkungen auf den Niederschlag. Durch die Regenarmut, gepaart mit der hohen Sonnenscheindauer, wurde der Vinschgau zu einem der trockensten Täler der Alpen.

Der Jahresschnitt der Niederschläge beträgt in Schlanders unter 500 mm, was nicht mehr als die Niederschlagsmenge von Teilen Siziliens ist.

Der Wassermangel hat daher schon vor Jahrhunderten zum Bau eines Bewässerungssystems geführt, das noch heute in weiten Teilen aktiv ist. Es sind dies die bekannten Waale, Bewässerungskanäle mit einem Weg an der Seite, der für die Instandhaltung wichtig war und immer noch ist. Heute sind die Waalwege gut ausgeschildert und bei den Feriengästen sehr beliebt.

Biologisch gesehen hat der Vinschgauer Sonnenberg durch diese besonderen klimatischen Gegebenheiten eine einzigartige Vegetation hervorgebracht, die man so auch in weiter südlich gelegenen vergleichbaren alpinen Quertälern nicht vorfindet. Zu beobachten ist diese überraschend artenreiche Pflanzenwelt auf den kahlen, grauen Hangbereichen, den Leiten. Diese Stellen wurden bei Aufforstungen, die viele Jahre in Anspruch genommen haben, ausgespart. Den größten Teil des ehemaligen Steppengürtels des Vinschgauer Sonnenberges nehmen heute Schwarzföhrenbestände ein.

Am Hangfuß des Sonnenberges wird bis in die Schlanderser Gegend Wein angebaut, und es gedeiht bis dorthin auch die Edelkastanie. Der Talgrund, der früher vorwiegend dem Kornanbau gedient hat (der Vinschgau war die Kornkammer Tirols), wurde seit dem Ersten Weltkrieg ebenfalls bis in den Schlanderser Raum allmählich vom Obstbau (Äpfel) in Beschlag genommen. Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts macht der fühlbare Klimawandel den Vorstoß der Apfelkulturen weiter nach Westen bis in die Gegend von Mals möglich. Die schattigeren Hänge des Nördersberges sind im untersten Streifen teilweise mit Mischwald bewachsen. In den anschließenden höheren Lagen überwiegen die Fichten, die sich an der Baumgrenze mit den Zirben mischen.