Landschaftsbild 2

1) Kopfbild Mitte: Sella Joch, Nordblick Richtung Wolkenstein

Impressionen

2) Lokomotive in St. Ulrich, Urheber: Luigino, Lizenz: Gemeinfrei
2) Lokomotive in St. Ulrich, Urheber: Wolfgang Moroder, Lizenz: Gemeinfrei
2) Letzte Fahrt 1969, Urheber: Wolfgang Moroder, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Beschreibungen

Italienische Beschreibung der

Grödnerbahn

Originalfilme aus den 1950-er und 60-er Jahren

Sehen Sie die folgenden Filme aus italienischen Archiven:

Film SW Grödnerbahn

Die letzten Fahrten 1960

Farbfilm 1 Grödnerbahn

Farbfilm 2 Grödnerbahn

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Quellennachweis

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Historische Grödnerbahn von 1916

2) Personenbeförderung, Urheber: unbekannt, Lizenz: Gemeinfrei

Die Grödnerbahn ist Geschichte und nur diejenigen werden sich noch daran erinnern, die vor 1960 im Grödner Tal gewesen sind oder damals dort schon gelebt haben.

Die 31 Kilometer lange Strecke war in bosnischer Spurweite von 760 mm ausgeführt und führte vom Bahnhof Klausen an der Brennerbahn in das Grödner Tal über St. Ulrich und St. Christina nach Wolkenstein und zur Endstation Plan de Gralba, das unterhalb vom Sella Joch liegt.

Die Bahn war nicht besonders leistungsstark und schnell, was wegen der kurzen Strecke und der damaligen geringen Ansprüche nicht wirklich ein Problem darstellte. Die aufkommende Konkurrenz des Automobils führte allerdings zu erheblichen Fahrgastreduzierungen, so dass schließlich die Stilllegung beschlossen wurde.

Für die Alpine Skiweltmeisterschaft 1970 wurde ein Abschnitt der ehemaligen Trasse in eine Straße umgebaut, so dass an eine spätere Wiederbelebung nicht mehr gedacht werden konnte, auch wenn sich, wie bei der Vinschgerbahn und in der Schweiz sichtbar, die Zeiten änderten und Nostalgiefahrten und öffentlicher Verkehr wieder in den Blickpunkt des Interesses stiegen.

Streckenverlauf mit Kehrviadukten, Tunnels und Brücken

2) Ehemalige Trasse in St. Ulrich, Urheber: Luigino, Lizenz: Gemeinfrei

Die starken Höhenunterschiede machten zwei Kehrviadukte erforderlich. Der erste war in Klausen, heute noch sichtbar, der zweite in St. Christina, der ebenfalls heute noch sichtbar ist.  Die Bahntrasse verlief entlang der Bergflanke durch Tunnels und über Brücken und wurde fast auf der gesamten Länge auf Kunstbauten errichtet. Dies war wegen der Höhenunterschiede und der für eine Eisenbahn ungünstige Topografie erforderlich.

Der Anlass, eine Bahn ins Grödner Tal zu bauen, war nicht ein wirtschaftlicher Grund und einer zur Verbesserung der Infrastruktur, sondern militärstrategischer Art. Der erste Weltkrieg erforderte es, die an der italienischen Front stationierten Einheiten über die Bahn mit den notwendigen Dingen und mit Material zu versorgen. Die Bahn wurde daher 1915/16 als Heeresfeldbahn in einer Rekordzeit von viereinhalb Monaten gebaut. Der Bau erforderte bis zu 10.000 Arbeitskräfte: 500 Zivilarbeiter, 3.500 Militärarbeiter und Soldanten sowie 6.000 vornehmlich russische Kriegsgefangene.

Die meisten Brücken entlang der Strecke wurden, um die Bahn schneller in Betrieb nehmen zu können, zunächst aus Holz gebaut und erst später durch Steinbauten ersetzt.

Beim Bau wurde nicht nur an technische Dinge gedacht, sondern auch an die Kunst. In diesem Sinne beauftragte Feldmarschall Conrad von Hötzendorf 1916 den Grödner Bildhauer Johann Baptist Moroder (1870 - 1932) mit vier großen Skulpturen. Es waren dies die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Eisenbahner, die Apostel Petrus und Paulus und ein österreichischen Reichsadler aus Beton. Das Betonmonument wurde über Klausen aufgestellt und erhielt später eine Bronzetafel mit Angaben zur Geschichte der Bahn. Der Reichsadler war die erste Betonskulptur Südtirols.

Fahrzeuge der Bahn aus der Slowakei

Die Grödnerbahn wurde 1916 mit Dampflokomotiven aufgenommen, die von der in der heutigen Slowakei gelegenen Schmalspurbahn Ru?omberok?Korytnica kúpele stammten.

Die drei Lokomotiven waren von der Budapester Lokomotivfabrik MÁVAG gebaut worden und besaßen einst die Betriebsnummern 1?3 der Rózsahegy?Korytniczai helyi érdekü vasút (R.K.V.).

Gegenwart

Die Trasse ist heute teilweise noch vorhanden und wird vorwiegend als Fußweg verwendet. Vereinzelt sind Bahnhöfe und Kunstbauten erhalten. Innerhalb des Gemeindegebiets von St. Christina wurde auf der Trasse ein Planetenweg angelegt. Siehe dazu unter Grödner Tal die Beschreibung. 

Im Tunnel in St. Ulrich stellte der einheimische Künstler Egon Moroder Rusina im Oktober 2000 den Graphikzyklus Auflösung aus.

Um die Geschichte der bahn zu dokumentieren und in Erinnerung zu bringen wurde in den 1980-er Jahren in St. Ulrich eine Lokomotive der österreichischen Originalbauart aufgestellt. Sie befindet sich am ehemaligen Bahnhofsgelände. Am Bahnhof Klausen ist ebenfalls eine Dampflok aufgestellt, die allerdings zur Grödnerbahn keinen Bezug hat, sondern von einer süditalienischen Schmalspurstrecke stammt.

Streckenverlauf

Die Höhenangaben m s.l.m. sind italienisch und bedeuten metri sul livello mare (deutsch: m. ü. M.)

2) Streckenverlauf