Landschaftsbild 10

2) Kopfbild Mitte: Rosengarten, 
Foto: Josef Tinkhauser
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Übersicht zur Gemeinde

Italienische Region Trentino-Südtirol
Provinz Bozen
Bezirks-gemeinschaft Salten-Schlern
Gemeinde Deutschnofen
Höhe Zentrum 1.357 m.ü.M.
Einwohner 3.902 (Dez. 2010)
Sprachgruppe Prozentualer Anteil
Deutsch 97,1%
Italienisch 2,5%
Ladinisch 0,4%

Offizielle Websites / Quellen

Gemeinde Deutschnofen

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Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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Impressionen

2) Ski Center Obereggen, Urheber: Internet Consulting, Lizenz: CC BY 2.0 US
2) Kirche St. Florian in Obereggen, Urheber: Cars en travel, Lizenz: CC BY 3.0
2) Maria Weissenstein, Urheber: Varus111, Lizenz: Gemeinfrei
2) Maria Weissenstein, Urheber: Rehro, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Deutschnofen

2) Wappen Deutschnofen, Lizenz: Gemeinfrei

Deutschnofen, italienisch Nova Ponente, ist eine Gemeinde, die auf der Hochfläche des Reggelberges liegt.

Der Ort erstreckt sich über den nördlichen Abschnitt des Plateaus. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt im Brandental auf 418 m, der höchste auf dem Eggentaler Horn am Latemar (2.799 m). Der größte Teil des Gemeindegebietes (70 %) wird von Wald eingenommen.

Zur Gemeinde gehören Eggen mit Obereggen und dem bekannten Ski Center Latemar. Weiter südlich liegt die Fraktion Petersberg sowie Maria Weißenstein, der bekannteste Wallfahrtsort Südtirols.

Das gesamte Gebiet ist ein einzigartiges Wandergebiet und auch im Winter sehr beliebt, weil es etwas abseits vom Massentourismus liegt.

Die Geschichte von Deutschnofen

2) Kirche St. Florian in Obereggen, Urheber: Cars en travel, Lizenz: CC BY 3.0

Um 1200 herum dürfte die Besiedlung Deutschnofens abgeschlossen gewesen sein, denn spätestens ab 1275 wanderten bereits Leute aus der Gegend in das Fersental und in das Gebiet von Piné im Trentino ab. Demnach war Grund und Boden zur Anlage neuer Höfe hierzulande schon knapp geworden.

Am Fuße des Latemars gibt es zahlreiche Waldbestände. Auf diesem Hochplateau breitet sich auf einer Fläche von ungefähr 112 km² die Gemeinde Deutschnofen mit 3.721 Einwohnern aus. Die Gemeinde ist in die drei Ortschaften eingeteilt: Deutschnofen, Eggen und Petersberg.

Im Gebiet Deutschnofen gibt es noch rund 260 Bauernhöfe. Die Anzahl der Höfe, die nicht mehr bewirtschaftet werden, steigt. Die Landwirtschaft ist für die Geschichte der Gemeinde von großer Bedeutung.

Seit der Besiedlung im 11. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschnofen auf der Hochfläche eine rein bäuerliche Bevölkerung. Die Holzstämme, die in großen Mengen aus dem Gericht Deutschnofen abtransportiert wurden, dienten den Bozner Bürgern als Brennholz und den Weinbauern als Weingartenholz. Die Säulen, worauf zwei Löwen den Markusplatz von Venedig überwachen sollen aus dem Holz des Gerichtes Deutschnofen stammen.

Im 15. und 16. Jahrhundert sowie später im 19. Jahrhundert war auch der Bergbau von Bedeutung. Das Wirtschaftsleben in der Gemeinde wandelte sich nach dem 2. Weltkrieg völlig. Anfang der 1950er Jahre blühte zuerst der Holzhandel, dann waren auch Handwerk und Baugewerbe sehr erfolgreich.

Früher war das Brandental die wichtigste Verbindung nach Bozen. Dort reihten sich Mühlen, Sägen und Wirtshäuser aneinander. 1850 wollte man die Straße verbreitern, doch das Projekt scheiterte am Beginn des 1. Weltkrieges. 1860 wurde die Straße durch das Eggental fertig gestellt, die bis heute wichtigste Verkehrsader, während das Brandental an Bedeutung verlor und nie ausgebaut wurde.

Deutschnofen und die Umgebung im Sommer

2) Deutschnofen, Urheber: Watakushiwa, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Gemeinde am Reggelberg erstreckt sich über ausgedehnte Hochflächen. Das gesamte Gebiet ist recht dünn besiedelt.

Aufgrund der landschaftlich einmaligen Lage und des guten touristischen Angebotes ist die Gemeinde als Urlaubsziel sehr attraktiv. Daher spielen sowohl Winter- als auch Sommer-Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Rolle. 

Im Sommer bietet das Feriendorf eine breite Palette an Wandermöglichkeiten in einer einzigartigen Bergwelt an. 

Zahlreiche Wanderwege mit leichten, mittleren und anspruchsvollen Schwierigkeitsgraden laden Familien und Bergsteiger ein. Einige der schönsten Wanderrouten führen bis zu den Schneidwiesen und nach Kohlern, das oberhalb von Bozen liegt und mit einer Seilbahn verbunden ist.

Der Winter in Deutschnofen

2) Ski Center in Obereggen, Urheber: Belgian man, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Winter in Deutschnofen ist für sportliche Wintergäste ein Erlebnis mit allen nur erdenklichen Möglichkeiten.

Das Skigebiet in Obereggen, das nicht überlaufen ist, bietet sehr schöne Möglichkeiten in einer herrlichen Bergwelt.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Fahrt in die Skigebiete rund um den Karerpass.

Der Wallfahrtsort Maria Weissenstein

Die Anfänge von Maria Weißenstein gehen auf 1553 zurück, als angeblich Maria dem Bergbauern Leonhard Weißensteiner erschien. Als Dank baute er eine Kapelle, in der man um Hilfe beten konnte. Diese Ursprungskapelle wurde sehr schnell zum Wallfahrtsort für zahlreiche Pilger.

1673 wurde ein erster barocker Kirchenbau von Giovanni Battista Delai aufgeführt, der von 1719 bis 1722 vom Innsbrucker Architekten Johann Martin Gumpp und seinem Kollegen Augustin Maria Abfalterer umgebaut wurde. Die Deckengemälde stammen von Joseph Adam Mölckh.

Aufgrund der Verordnungen Kaiser Josefs II. wurde Kloster Weißenstein aufgehoben, die drei Türme abgerissen und sämtliches Inventar versteigert. Erst 1800 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.

Am 24. August 1885 wurde das Bild der Schmerzhaften Mutter Gottes, die Leonhard Weißensteiner in seiner Kapelle aufbewahrt hatte, in einer Zeremonie mit über 130 Priestern und 15.000 Gläubigen vom damaligen Bischof von Trient, Giovanni Giacomo della Bona, neu gekrönt.

Heute bewohnen Patres des Servitenordens das Kloster und betreuen eine Herberge. Im Juli 1988 wurde das Kloster Weißenstein von Papst Johannes Paul II. besucht.