Landschaftsbild 1

1) Kopfbild Mitte, Pustertal

Übersicht zur Gemeinde

Italienische Region Trentino-Südtirol
Provinz Bozen
Bezirks-gemeinschaft Pustertal
Gemeinde St. Lorenzen
Höhe Zentrum 810 m.ü.M.
Einwohner 3.814 (12/2013)
Sprachgruppe Prozentualer Anteil
Deutsch 95,31%
Italienisch 2,64%
Ladinisch 2,05%

Offizielle Website / Quellen

www.sanktlorenzen.it

Quellennachweis

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Landkarte Großansicht

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Impressionen

2) Schloss Sonnenburg, Foto: Konrad Hofer, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Die alten Gassen, Foto: Alex1011, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sankt Lorenzen - am Eingang zum Gadertal

4) Wappen St. Lorenzen, Quelle: www.comuniweb.it, Lizenz: Gemeinfrei

Sankt Lorenzen, italienisch San Lorenzo di Sebato, das römische Sebatum, liegt am Zusammenfluss der Rienz und der Gader und damit am Eingang zum Gadertal und zum Naturpark Puez-Geisler.

Zum Hauptort St. Lorenzen gehören mehrere Dörfer und Weiler (Fraktionen) deren jeweilige Einwohnerzahl unter 1000 liegt: Sonnenburg, Fassing, Lothen, Kniepass, Hl. Kreuz, Pflaurenz, Stefansdorf, St.Martin, Moos, Saalen, Runggen, Montal, Ellen, Onach, Hörschwang und Pfaffenberg.

Zur Gemeinde gehört auch Schloss Sonnenburg, ein ehemaliges Kloster, dem im Mittelalter größere Teile des Gadertales abgabenpflichtig waren.

Eine Geschichte bis zu den Römern

2) Das Panorama von St. Lorenzen, Foto: Alex1011, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der deutsche Historikers Theodor Mommsen stellte im 19. Jahrhundert die These auf, wonach das im Itinerarium Antonini erwähnte Sebatum bei St. Lorenzen liegt und nicht wie vorher angenommen bei Schabs im Eisacktal.

Die These wurde bestätigt, der Name Sebatum hat vorrömischen Ursprungs und verweist in die Zeit der keltischen Besiedlung des Pustertales. Der Ort stellte im römischen Reich insbesondere in den ersten drei Jahrhunderten eine wichtige Straßenstation dar. Mörtelgemauerte Häuser, teilweise mit Fußbodenheizung und Bäder sind aus dieser Zeit archäologisch nachweisbar und deuten auf relativ großen Wohlstand hin.

Die Römer waren als Straßenbauer bekannt und so wundert es nicht, dass auch hier eine römische Straße teilweise ausgegraben wurde. Im 4. Jahrhundert begann im Zuge der Völkerstürme der Spätantike der Niedergang der Siedlung. Die aus Mörtel und Stein bestehenden Häuser wurden von einfachen Häusern und Holzhäusern abgelöst. Im Verlauf des 6. Jahrhunderts zog man sich vermutlich auf den Burgkofel bei Lothen zurück. Ein Münzschatz, der um das Jahr 539 n. Chr. vergraben wurde, markiert das Ende der Talsiedlung.

Anfang des zweiten Jahrtausends tauchte der Ort wieder aus dem Dunkel der Geschichte als inzwischen bairisch besiedeltes Gebiet mit den beiden Burgen Sonnenburg und Michaelsburg wieder auf.

Schwerpunkte und Sehenswertes in St. Lorenzen

2) Gemälde in der Pfarrkirche St. Lorenz, Foto: Alex1011, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Etwa 50% der Gemeindefläche sind Wald, Almwiesen und Weidegebiet. Davon werden ca. 1.700 ha landwirtschaftlich bewirtschaftet. Die Haupterwerbsquelle von Sankt Lorenzen ist der Tourismus und so wird ein Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Zu den ältesten Kirchen im Pustertal gehört die Pfarrkirche. Sie wurde bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt, wobei der erste Kirchenbau aber bereits in das Ende des 4. oder den Anfang des 5. Jahrhunderts zu datieren ist. So wie sich die Pfarrkirche zum Hl. Laurentius heute präsentiert, ist das Ergebnis zahlreicher Erweiterungen, Anbauten und Änderungen, vom Mittelalter bis zur jüngsten Zeit. Mit ihren zwei ungleichen Türmen prägt sie das Bild der Ortschaft. Der mächtige gotische Turm wurde laut einer Inschrift 1454 vollendet. Die Turmuhr stammt aus dem Jahre 1541. Der kleine Turm zeigt mit seinen Spitzbogenfenstern eine spätere Erhöhung. Der untere Teil, an dem bei einer Restaurierung 1988 die romanischen Schallfenster freigelegt wurden, stammt wohl aus dem 13. Jahrhundert und dürfte an eine Seitenkapelle des ältesten Teils der Kirche angebaut gewesen sein.

Als wertvollstes Kunstwerk gilt die Madonna mit dem Jesuskind mit der Traube, die neben dem linken Seitenaltar angebracht ist. Es ist dies der Rest eines vom bekannten Brunecker Bildhauer Michael Pacher um 1460 geschnitzten Flügelaltars. In der angebauten Egererkapelle finden sich drastische Darstellungen zur Kreuzigung Christi, etwa die Szene bei der ihm die Dornenkrone aufgesetzt wird, sowie Darstellungen des Fegefeuers.

Museum und Lehrpfad

Im "Antiquarium" im Eingangsbereich des neuen Rathauses werden in mehreren Vitrinen archäologische Funde aus der Umgebung von St. Lorenzen ausgestellt.

Neben einer Vielzahl an Fibeln, schmuckvollen Armbändern und einer sogenannten Situla aus der Eisenzeit beeindrucken vor allem ein goldener Ring, goldene Ohrringe, ein Glasbecher und mehrere Keramikfunde aus der Römerzeit. Multimedial kann der Besucher eine Reise in die verschiedenen Zeitepochen unternehmen.

Auf dem Sonnenburger Kopf ist außerdem ein archäologischer Lehrpfad eingerichtet.

Ferien in St. Lorenzen

2) Brücke über die Rienz, Foto: Alex1011, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Im Sommer gibt sich St. Lorenzen als Feriengemeinde für Wanderer.

Nicht nur für Wanderungen in der nahem Umgebung sondern als Standort und Ausgangspunkt für das Gadertal und Pustertal, aber auch für die nahen Dolomiten ist St. Lorenzen ideal.

Im Winter ist das Feriendorf ein idealer Ausgangspunkt in die nahegelegenen Skigebiete wie die in Meransen und Corvara.