Landschaftsbild 1

1) Kopfbild Mitte, Pustertal

Websites / Quellen

Informationen zur Planung der neuen Dolomitenbahn sehen Sie im italienischen Film

Progetto per il Treno delle Dolomiti

 

Informationen zu den aktuellen Fahrplänen unter

www.ferroviedellostato.it

oder mit deutschen Fahrplänen

www.pustertalbahn.it

oder unter Südtirolbahn mit vielen Ticketvarianten, auch für Fahrräder

www.vinschgauerbahn.it/de

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Quellennachweis

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Impressionen

2) Historisches Franzensfeste, Foto: Luca Lorenzi, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2) Bahnhof Franzensfeste, Foto: Markus Giger, Lizenz: CC BY-SA 2.5 CH
2) Ehemaliger Triebwagen ALE840, Foto: Stefano Paolini, Lizenz: CC BY 2.0 AT
2) Bahnhof Vintl, Foto: Luca Mazzio, Lizenz: CC BY 2.5
2) Bahnhof Bruneck, Foto: Markus Giger, Lizenz: CC BY-SA 2.5 CH
2) Bahnhof Rasen-Antholz, Foto: Luca Mazzio, Lizenz: CC BY 2.5
2) Bahnhof Welsberg, Foto: Luca Mazzio, Lizenz: CC BY 2.5
2) Bahnhof Innichen, Foto: Markus Giger, Lizenz: CC BY-SA 2.5 CH
2) Rasen - Antholzer Tal
2) Bahnhof Welsberg
2) Bahnhof Innichen

Eine Tour mit der Pustertalbahn von Franzensfeste bis Innichen

Die Pustertalbahn, italienisch Ferrovia della Val Pusteria, ist eine normalspurige, eingleisige Eisenbahnstrecke, die zwischen Franzensfeste und Innichen verkehrt und Anschluss an die Drautalbahn hat, die weiter nach Lienz in Osttirol fährt.

Die beschriebene Tour lässt sich auch mit der Bahn gut organisieren und man kann so die Landschaft genießen, ohne auf den Verkehr achten zu müssen.

Von Brixen benötigt die Bahn wegen der Fahrt über Franzensfeste zwischen 1:58 und 2:10 Stunden,

von Franzensfeste dauert die Fahrt dagegen nur 1:20 Stunden.

Die Streckenführung ist fast ideal, weil die Bahnhöfe meistens in den Ortschaften liegen und wenn nicht, durch Busse ein entsprechender Service gegeben ist. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, dem werden von der Bahn spezielle Tarife angeboten, oft kombinierbar mit s. g. Urlaubstickets.

Die Bahnhöfe der Pustertalbahn

Wer mit der Pustertalbahn fährt, kann sich über ein recht dichtes Netz an Bahnhöfen freuen.

Der offizielle Fahrplan sieht den Halt in folgenden Bahnhöfen vor:

  • Franzensfeste - Umsteigebahnhof von / zur Brennerbahn
  • Mühlbach
  • Vintl
  • Ehrenburg
  • St. Lorenzen
  • Bruneck
  • Olang
  • Percha - Anschluß zur Umlaufbahn Ried
  • Welsberg
  • Niederdorf
  • Toblach - bis 1963 Anschluss zur Dolomitenbahn nach Cortina d'Ampezzo 
  • Innichen - Umsteigebahnhof von / nach Lienz (Tirol) 

Mit der Unterzeichnung des Vertrages für die Planung der neuen Dolomitenbahn am 13. Februar 2016 wurde ein Meilenstein für die Mobilität gesetzt. Mehr dazu im entsprechenden Film, dessen Link Sie in der rechten Spalte finden und in der Rubrik Höhlensteintal. 

Details entnehmen Sie bitte der offiziellen Website, deren Link Sie in der rechten Spalte sehen.

Stromsysteme und die Verbindung mit der Drautalbahn

Wenn man von den unterschiedlichen Stromsystemen absieht, ist nach dem Fall der Grenzen eine Trennung zwischen der Pustertalbahn und der Drautalbahn gar nicht sinnvoll. Dies auch deshalb, so könnte man sagen, weil die Konzessionserteilung, der Bau und die Inbetriebnahme für die gesamte Strecke von Villach bis Franzensfeste in einem Stück erfolgten.

Wenn eine Trennung sinnvoll ist, dann an der österreichisch-italienischen Staatsgrenze nächst Weitlanbrunn oder an der Wasserscheide zwischen der Rienz und der Drau beim Toblacher Sattel.

Da jedoch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bis zum Gemeinschaftsbahnhof Innichen den Betrieb führt, ist dieser Bahnhof als Endpunkt der Pustertalbahn anzusehen.

Geschichte zum Bau der Bahnlinie

Bereits 1858 lagen erste Planungen der k.k. priv. Südbahngesellschaft und kurz darauf auch die Baugenehmigung vor, Wien mit Tirol über die Südbahn zu verbinden.

Mit dem Bau der Pustertalbahn wurde die Firma Hügel & Sager beauftragt, die im Spätherbst 1869 mit den Bauarbeiten begann. Nachdem diese wesentlich rascher als geplant voran gegangen waren, konnte bereits ein Jahr früher, als ursprünglich geplant, der Betrieb auf der insgesamt 209 km langen Pustertal- und Draubahn am 30. November 1871 aufgenommen werden.

Während die Drautalbahn von Villach bis Lienz als Flachbahn errichtet wurde, stellt sie in ihrem weiteren Verlauf bis Franzensfeste eine Gebirgsbahn dar, die am Toblacher Sattel mit ca. 1.215 m ü. M. ihren höchsten Punkt erreicht.

Die ursprüngliche Aufgabe der Pustertalbahn war die Anbindung Osttirols an seine Hauptstadt Innsbruck sowie an Südtirol. Durch die Abtretung Südtirols an Italien nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ging die Bedeutung der Bahn jedoch stark zurück.

Elektrifizierung und erste Modernisierung

Von 1985 bis 1989 wurden die Pustertal- und die Drautalbahn auf Grund eines 1984 zwischen Italien und Österreich abgeschlossenen Staatsvertrages elektrifiziert. Während die Pustertalbahn mit dem italienischen Stromsystem (3 kV =) ausgerüstet wurde, ist die Drautalbahn mit dem österreichischen Stromsystem (15 kV / 16,7 Hz ~) ausgestattet.

Die Systemtrennung ist ebenfalls im Bahnhof San Candido / Innichen. Der elektrische Betrieb wurde zum Fahrplanwechsel am 28. Mai 1989 aufgenommen. Im Rahmen der Elektrifizierung wurden im Pustertal auch fast alle Brücken und Tunnels erneuert bzw. saniert.

Der Ober- und Unterbau wurde verstärkt und die Bahnhofanlagen umgestaltet. Hintergrund der Elektrifizierung war die Entlastung der Brennerbahn, wobei von italienischer Seite die Absicht bestand, täglich bis zu zehn Güterzugpaare auf der Pustertalbahn zu führen, die bis heute ausgeblieben sind.

Es trat sogar das Gegenteil ein: verkehrte früher mit dem Val Pusteria / Pustertalbahn ein gut frequentierter internationaler Schnellzug in der Relation Wien Südbahnhof-Villach-Lienz-Franzensfeste-Innsbruck Hbf, so wurde dieser Zuglauf mit dem Fahrplanwechsel im Mai 1996 eingestellt. Damit fand im Pustertal kein grenzüberschreitender Fernverkehr mehr statt.

Vor der Fertigstellung der neuen Pontebbana verkehrten Anfang der 1990er-Jahre täglich mehrere Leergüterzüge. Außerdem wurde der Import der in Polen hergestellten Fiat-Modelle Panda, Cinquecento und Seicento durch das Pustertal abgewickelt. Besondere Bedeutung kam der Strecke nur kurzfristig bei Unterbrechungen der Brennerbahn zu, als knapp hundert Güter- und Fernreisezüge die Strecke befuhren.

Zweite Modernisierung - Bahnhöfe und Zugsystem

Ab 2008 wurde die Strecke durch Anpassung der Bahnhöfe und der Stellwerkstechnik auf einen Halbstundentakt vorbereitet, der bis Dezember 2009 schrittweise eingeführt wurde.

Dabei wurden alle Bahnhöfe mit 55 cm hohen Bahnsteigen ausgestattet, Unterführungen ermöglichen die zeitsparende gleichzeitige Einfahrt von kreuzenden Zügen. Auch die Streckenfernsteuerung und die Fahrgastinformationssysteme wurden auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Zum Einsatz kommen vorwiegend Zweisystem-Gelenktriebzüge Stadler Flirt der SAD, mittelfristig ist eine Ausdehnung der Zugfahrten nach Lienz und Innsbruck geplant.

Seit Dezember 2008 ist außerdem der Bahnhof St. Lorenzen wieder in Betrieb genommen worden. Mit der Wiedereröffnung des Bahnhofs Percha im Jahr 2011 ist nunmehr der Anschluss an das Skigebiet Kronplatz bestens eingerichtet. Dazu trägt die neue Umlaufbahn Ried bei, in die man direkt beim Bahnhof einsteigen kann.

Bei den Bahnbenutzern wird auch der Bau der Riggertalschleife befürwortet. Die Pustertalbahn verläuft im Riggertal, das das Pustertal mit dem Eisacktal verbindet und endet am Bahnhof Franzensfeste, wo die nach Bozen fahrenden Züge ihre Richtung ändern müssen.

Daher plant die Südtiroler Landesregierung eine Schleife, durch die die Fahrzeit nach Bozen weiter verkürzt werden könnte. Das ursprüngliche Projekt mit einer weiten Schleife im Riggertal (daher der Name) stieß bei den Bürgern der Gemeinde Natz-Schabs auf wenig Gegenliebe. Daher wurde ein neuer Ideenwettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel eine akzeptable Lösung zu finden.

Korridorverkehr und Güterverkehr

Ab 1946 wurden auf Grundlage des Pariser Vertrages bis zum EU-Beitritt Österreichs zum Anschluss Osttirols an Nordtirol die durchgehenden Verbindungen zwischen Innsbruck und Lienz im Korridorverkehr mit Entfall der Pass- und Zollkontrolle auf Kosten der ÖBB geführt.

Diese Züge hatten auf italienischem Staatsgebiet keinen offiziellen Aufenthalt. Bei den Betriebshalten war das Aus- und Zusteigen verboten. Bis zur Indienststellung der u. a. auch für diesen Verkehr beschafften Zweisystemloks der ÖBB Reihe 1822 wurden die grenzüberschreitenden Züge mit Triebfahrzeugen der Reihe 2043 bespannt.

Auf Grund der technischen Probleme mit der Reihe 1822 kommen auch heute noch immer wieder Triebfahrzeuge der Reihe 2043 zum Einsatz. Seit Ende 2006 werden regelmäßig Mehrsystemloks ES64F4 (entsprechend der DB-Baureihe 189) benutzt, die von Siemens-Dispolok an die ÖBB vermietet und in Italien als E.189 bezeichnet werden. Mittelfristig ist die Abstellung oder der Verkauf der gesamten BR 1822 geplant, seit Sommer 2007 kommen hauptsächlich Mehrsystem-Tauri der Reihe 1216 (in Italien E.190) zum Zug.

Im aktuellen Fahrplan 2009 gibt es nur noch zwischen Bruneck und Franzensfeste fahrplanmäßigen Güterverkehr, die Züge fahren und kommen aus Hall in Tirol. Sie verkehren an bestimmten Wochentagen, meistens vormittags.