Landschaftsbild 1

1) Kopfbild Mitte, Bozen, Blick ins Eisacktal mit Rosengarten

Weitere Informationen

Wissenswertes zur Geschichte, den Öffnungszeiten und zu den Veranstaltungen sind über die offizielle Homepage zu erfahren.

www.muehlbacherklause.it

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Quellennachweis

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Die Mühlbacher Klause, einst wichtige Zollstation für den Handelsweg Pustertal

2 ) Mühlbacher Klause, Foto: Christoph Federer, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Burgruine der Mühlbacher Klause ist eine in etwa rechteckige Sperranlage mit befestigten Toren, dem Mühlbacher Tor im Westen und dem Vintler Tor im Osten.

Die nicht mehr erhaltene Halslacher Klause, Vorgänger der Mühlbacher Klause wurde erstmals 1269 erwähnt und von den Brüdern Meinhard (später Meinhard II. von Tirol) und Albert von Görz errichtet. Die heute bestehende Ruine liegt etwa 200 m weiter östlich der alten Klause und wurde um 1460 von Herzog Sigismund von Tirol errichtet.

Beide Klausen markierten bis 1500 die Landesgrenze zwischen Tirol und Görz. Erst mit dem Tod des letzten Grafen von Görz endete diese Funktion. Die Klause wurde aber weiterhin als Festung und Straßensperre bzw. Zollstation genutzt. Die Landstraße führte durch den Innenhof der Burganlage, wo die Reisenden aus Treviso und Venedig den Wegezoll zu entrichten hatten. Die Klause war durch hochgezogene Sperrmauer  kaum zu umgehen.

Eine Geschichte, die bis zur römischen Strasse, der Via Iulia Augusta reicht

2) Mühlbacher Klause, Unterbrechung durch Bahn und Strasse, Foto: Christoph Federer, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Mühlbacher Klause war mehr als eine bloße Zollstation und sah so manches Gefecht. So wurde die Klause noch in den Bauernkriegen 1526 vergeblich belagert. Durch den Spanischen Erbfolgekrieg im Jahre 1703 durch die Tiroler Erhebung gegen die bayrische Besatzung im Jahre 1809 wurde die Sperre sehr stark beschädigt und nicht wieder aufgebaut.

Stattdessen wurde sie in der Folge an Mühlbacher Bürger verkauft und als Steinbruch verwendet. Da jedoch vor allem die inneren Bauteile abgetragen wurden, ist die Klause auch heute noch von außen gesehen recht eindrucksvoll und man kann von Glück sprechen, dass sie nie abgerissen wurde. Dies ist umso mehr verwunderlich, als die Anlage den Verkehr ins Pustertal oftmals behinderte, denn die Staatsstraße führte ursprünglich durch die Klause.

Versuche die Klause zu erneuern, scheiterten immer wieder an ihrer relativen Bedeutungslosigkeit, da sie sich ja seit 1500 inmitten des Landes Tirol befand. Erst der Bau einer neuen Straße und deren Verlegung außerhalb der Mauern der Anlage bzw. das Engagement einiger Mühlbacher führte dazu, dass ab 1978 die Klause restauriert wurde.

Die Mühlbacher Klause besteht aus einem oberen, von dem nur noch der linke Rundturm erhalten ist und unteren befestigten Teil. Der untere Teil war bewohnt und bewirtschaftet. Der rechte Teil wurde beim Bau der Pustertaler Bahnstrecke zerstört, genauso wie die Sperrmauer, die sich außerhalb der Anlage befand. Im unteren Teil ist das Parterre des Zollgebäudes erhalten. Darin befanden sich auch Schmiede und Stallungen. befunden haben. Auf der linken Seite befindet sich der sogenannte Kaiserturm. Er wird so genannt, weil sich Kaiser Maximilian I. bei seinen Jagdunternehmungen hier aufgehalten haben soll. An der durch die Anlage führenden Straße befinden sich die Reste einer Kapelle, die der Dreifaltigkeit gewidmet ist und der schon erwähnte Zahlstein.

Aus der Zeit der Römer wird angenommen, dass sich hier an der von Aquileia über castrum Ursen (Irschen) nach Veldidena (Wilten bei Innsbruck) führenden Straße der Via Iulia Augusta eine augusteische Straßensperre befand. Damit wurde die Straßenverbindung vom befreundeten Noricum ins feindliche Rätien kontrolliert. Die Sperrmauer verlor nach der römischen Eroberung Rätiens und dessen Einverleibung ins römische Reich 15 v. Chr. ihre Funktion.