Stadtbild 1

2) Kopfbild Mitte: Blick auf die Stadt Bozen vom Schloss Sigmundskron, 
Foto: Josef Tinkhauser
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Offizielle Website / Quellen

www.gemeinde.bozen.it

Quellennachweis

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Impressionen

1) Sommervilla in Kohlern
2) Die zweite Seilbahn, Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Bild 102-13569 / CC-BY-SA, Lizenz: CC BY-SA 3.0 Deutschland
2) Die dritte Seilbahn, Foto: Skafa, Lizenz: CC BY-SA 2.5 US
2) Die vierte Seilbahn, Foto: Skafa, Lizenz: CC BY-SA 2.5 US

Kohlern, die Sommerfrische mit Seilbahngeschichte

1) Kohlern, Sicht auf Bozen

Kohlern, italienisch Col di Villa, ist ein Berggebiet südöstlich von Bozen auf einer Höhe zwischen 1100 und 1200 m. ü. M. und gilt als eine der Sommerfrischen der Bozner.

Kohlern und das sich anschließende Gebiet Schneidwiesen ist ein beliebtes Wandergebiet. Alleine die Touren nach Deutschnofen und dem berühmten Wallfahrtsort Weissenstein führen durch wenig besiedelte Landschaften und haben daher viel Natur zu bieten. Dazu noch das außergewöhnliche Panorama mit Ausblicken in die Dolomiten, das jede Tour zu einem besonderen Erlebnis werden lässt.

Der Panoramablick auf Bozen und die Dolomiten haben wohl dazu geführt, dass der erfolgreiche Gastwirt Josef Staffler seine Idee von einer schnellen Beförderung der Gäste zu dem von ihm gekauften Gasthof in Kohlern umsetzte.

Die Kohlerer Bahn, erste alpine Luftseilbahn

1) Kohlern, Blick in die Dolomiten

Die Kohlerer Bahn ist die erste, von Josef Staffler geplante und finanzierte alpine Luftseilbahn für den Personentransport. Sie wurde 1908 in Betrieb genommen und verbindet bis heute den Bozner Stadtteil Zwölfmalgreien mit Kohlern.

Zwölfmalgreien, das ist eine Kastralgemeinde, die ehemals aus 12 Weilern bestand und 1911 nach Bozen eingegliedert wurde. Sie stellt zusammen mit anderen Gemeinden die Zentren der Weinwirtschaft dar.

Die erste Kohlerer Seilbahn wurde am 29. Juni 1908 eröffnet und verband den Ortsteil Kampill auf einer Gesamtstrecke von 1,5 km mit den auf Kohlern befindlichen Häusern. Projektant war Ing. Haas. Erbaut wurde die Bahn von der Simmeringer Maschinen und Waggonbau Fabrik. Die Eröffnung fand einen Monat vor der des Wetterhorn-Aufzuges in der Schweiz statt.

Die Bahn hatte hölzerne Stützen, ein Tragseil, aber aus Sicherheitsgründen schon zwei Zugseile. Der Wagen mit sechs Plätzen mit seiner schrägen Konstruktion ähnelte der Konstruktion vieler Standseilbahnen: die bergseitige Sitzbank war höher angeordnet als die talseitige, um an den treppenartigen Bahnsteigen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Die Kabine hing an zwei hintereinander angeordneten Laufwerken mit je zwei Rollen, so dass die Neigung der Kabine stets der Neigung des Seils folgte. Die Bahn war zwei Jahre in Betrieb, in denen sie über 100.000 Personen unfallfrei beförderte. Der Betrieb wurde dann von der für Seilbahnen zuständigen Eisenbahnbehörde verboten, weil die hölzernen Seilbahnstützen nicht genug Sicherheit zu bieten schienen.

Großes Interesse führt 1913 zu einer neuen Konstruktion

1) Gasthof Schneidwiesen, ca. eine Stunde Gehzeit von der Bergstation

Die überraschend große Nachfrage nach dem nunmehr leicht zu erreichenden Berggebiet zeigte schnell die Kapazitätsengpässe der Bahn. 

Daher entschloss sich der Besitzer Josef Staffler zu einer Neukonstruktion und beauftragte die Adolf Bleichert & Co. mit dem Bau einer neuen Anlage.

Die Ende 1912 fertiggestellte und nach ausführlichen Überprüfungen durch das k. u. k.-Eisenbahministerium am 10. Mai 1913 in Betrieb genommene Anlage hatte zwölf eiserne Stützen.

Auf jeder Seite waren zwei an der Bergstation verankerte Tragseile, die im Tal mit Gewichten gespannt wurden, und zwei Zugseile mit entsprechenden Gegenseilen auf der Talseite, die ebenfalls Spanngewichte im Tal hatten.

Die Laufwerke enthielten zwei Wippen mit jeweils zwei Rollen pro Tragseil, so dass das Gewicht des Wagens durch insgesamt acht Rollen auf die beiden Tragseile übertragen wurde.

In den Kabinen gab es Platz für 17 Personen. Ähnlich wie bei einem Eisenbahnwaggon, hatten die Kabinen offene Plattformen an beiden Enden. Die Bahn fuhr mit max. 2 m/s (7,2 km/h) auf einer Strecke, die Steigungen bis zu 100 % erreichte.

Diese zweite Kohlerer Bahn wurde 1943 beim fünften großen Luftangriff von Bombern der Alliierten auf Bozen zerstört.

Kohlern ist heute mit einer modernen Seilbahn verbunden

Erst 1963/64 wurde ein Neubau von Hölzl Seilbahnbau ausgeführt und im Januar 1965 offiziell in Betrieb genommen. Diese Seilbahn hat ein Tragseil, ein Zugseil und geschlossene Kabinen in der zu dieser Zeit üblichen Form. Die Anlage wurde 1986 modernisiert. 2006 erhielt sie neue Kabinen für 20 Personen und eine vollautomatische Ausrüstung der Talstation.

Technische Daten der heutigen Kohlerer Bahn

  • Schräge Länge: 1650 m
  • Höhenunterschied: 843 m
  • Erreichte Höhenquote: 1110 m
  • Fahrzeit: 5 min.