Landschaften

2) Kopfbild Mitte, von l.n.r.: 
Innsbruck, Foto: Pahu
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Bozen, Foto: Josef Tinkhauser
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Trient, Foto: Mac9
Lizenz: GNU Lizenz 

Alles was den Gaumen freut

2) Brettljause, Foto: Johann Jaritz, Lizenz: CC BY-SA 3.0
10) Gebratene Kastanien, Foto: Hans-Peter Krause
1) Weiß- und Rotwein

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Quellennachweis

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Törggelen, Essen und Trinken zur Erntezeit und Weinlese

2) Kurtrauben - Vernatsch Rebe, Urheber: Rosenzweig, Lizenz: GNU Lizenz

Was wäre die Tiroler Küche, insbesondere die der Südtiroler, ohne das Törggelen.

Das Törggelen ist ein alter Brauch, der im Herbst auf dem Land und von den Bauern gerne gepflegt wird.

Der Begriff selbst hat seinen Ursprung im Lateinischen Wort torculum und im Mittellateinischen torcular, was soviel wie Presse bedeutet und in Verbindung mit dem lateinischen Wort torquere für drehen steht.

Wenn also die Kastanien reif sind und die Zeit für die Weinlese und Verarbeitung gekommen ist, dann sitzt man nach getaner Arbeit gerne zusammen.

Zu dieser geselligen Runde röstet man Kastanien (Keschtn) am offenen Feuer und trinkt frisch gepressten Traubensaft, süßen Most (Siaßen) und neuen Wein (Nuien). Dazu kommt nach Lust und Laune auch eine kräftige Brotzeit, die Marend genannt wird.

Im Trentino feiert man natürlich die Ernte genau so fröhlich. Gerne sitzt man an großen Tischen vor dem Haus oder auf den Feldern und genießt den Tag. Geröstete Kastanien sind auch im Trentino eine lange Tradition.

Die Essgewohnheiten und Produkte unterscheiden sich beim Käse und der Wurst, aber der Speck (lo Speck) wird auch im Trentino auf gleiche Weise hergestellt.

Seltener werden heute noch Nüsse (Nussn) gereicht, aber süße Krapfn findet man bei den Feinschmeckern schon, die man je nach Zubereitung mit Berlinern oder Fastnachtsküchle vergleichen könnte.

Die Marend, auch Jausnbrettl genant, besteht meistens aus hauseigenen Produkten wie Speck, Kaminwurzn, Käse und Kren (Meerrettich) sowie Essiggurken.

Im Laufe der Jahre und auch, um die Touristen zu verwöhnen, sind weitere Gerichte, wie Knödel, Schwammerln (Pilze) und Schlachtplatten entstanden, die mit Surfleisch, Sauerkraut und diversen Würsten zubereitet werden.

Die typisch tirolerischen Speckknödel findet man aber auch im Trentino, hier als Canederli bezeichnet, die gerne mit Pfifferlingen oder Steinpilzen gereicht werden.

2) Eisbein (Haxn) mit Sauerkraut, Foto: Rainer Zenz, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Dieser Brauch ist im Laufe der Zeit auch in die Buschenschänken verlegt worden.

Wenn also der Buschn ausgesteckt ist, dann sind diese meist im ländlichen Stil eingerichteten Häuser geöffnet. In Wien ist dies der bekannte Heurige, was dann auch mit dem neuen Wein in Verbindung steht.

Der Begriff "heuer" steht in Österreich und auch in Südtirol für "in diesem Jahr".

Der Südtiroler Buschn ist zwar in den Touristenhochburgen am Gardasee in ähnlicher Form zu finden, aber die klassische Variante des "Heurigen" gehört im Trentino nicht zur Tradition. Hier ist es der Grotto oder die Locanda, die den ländlichen Charakter darstellt.